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Li Shan Autumn Queen

21.10.2016 16:49 von Helmut Volkmann

 

 

 

 

 

 

 

 

Li Shan, Autumn Queen

 

Die Teegärten von Li Shan gelten als die höchst gelegenen in Taiwan. Der Garten Da Yu Long liegt 2600 m über dem Meeresspiegel. Das Klima ist oft kalt und wechselhaft, auch noch im späten Frühjahr, der idealen Ernteperiode für Oolong-Tee. Nebel- und Regentage, dazwischen Stunden intensiver Sonne. In dem schwierigen, aber höchst reizvollen Terroir wachsen die komplexesten Oolongs der Welt. Auf dieser Höhe werden nur die beiden traditionellen Kultivare Tie Guan Yin und Quin Xin angebaut. Ähnlich einem facettenreichen Spitzenwein aus Burgund sind die Li Shan Oolongs nicht leicht zu verstehen. Die großen, vielschichtigen Tees entstehen in einem Zusammenspiel von Kälte, Feuchtigkeit, Kargheit, Höhe, der unbändigen Energie der Sonne sowie der Eigenart des Bodens.

 

Die Produktion des Tees in dieser Lage ist mühevoll. Oft muss der Fermentationsprozess verlängert werden, weil das Wetter für eine regelmäßige Fermentation zu kalt und zu feucht ist. Das Blattgut braucht Zeit zum Welken und das behutsame Welken ist der Schlüssel für einen großen Tee. Jeder Produktionsschritt muss unter diesen Extrembedingungen mit besonderer Sorgfalt justiert und bedacht werden – ein langer, mühsamer Arbeitsprozess, an dessen Ende diese unvergleichlichen Tees stehen voller Rätsel und Herausforderungen.

 

Im letzten Jahr habe ich die Ausstellung des in London lebenden Malers Frank Auerbach in Bonn gesehen. Seine grandiosen Landschaftsbilder entstehen mit einer großen Menge von Farben. In tagelanger Arbeit trägt er sie Schicht für Schicht auf die Leinwand auf, um sie dann immer wieder abzuschaben, als ob Sisyphos ein Bild malen würde. Nach Monaten, manchmal nach Jahren entsteht daraus eine pastose Landschaft von irisierender Tiefe und Schönheit.

 

Li Shan Autumn Queen hat mich an ein Bild von Auerbach erinnert: Primrose Hill (1971). Beim Trinken des Tees bilden sich wahre Farbschichten auf der Zunge, im Mundraum und vor allem im Nachklang. Schichten von Blüten- und Waldüften, von Nektar und Nebel, von süßem Gebäck und orientalischen Gewürzen – der Lohn großer, ausdauernder Arbeit.