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Mi Lan Xian 2016 Garage Tree - wild und ungezügelt

15.06.2016 18:12 von Helmut Volkmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mi Lan Xian Garage Tree 2016 – wild und ungezügelt

 

 

Es dämmerte schon, als ich vor fünf Jahren die elterlichen Teefelder von Atong Chen in Mingjian, Taiwan besuchte. Wir hatten gerade ein wenig Zeit zwischen der Teeproduktion auf einem Nachbarhof. Stolz zeigte uns Meister Chen die neu angelegten Reihen mit unterschiedlichen Teekultivaren: „Hier vorne steht Hong Yu, dort unser Rou Gui, und da hinten an der Hecke haben wir noch Qui Lan.“ Alles stand relativ dicht beieinander. Eine große Vielfalt an Kultivaren im flachen Teeland von Mingjian, wo es so viel Sonne gibt, dass sich die Pflanzen auch ohne zusätzliche Düngung gut entwickeln. In den tiefer liegenden Erntegebieten wie in Mingjian und Dong Ding entwickeln die Pflanzen mehr Inhaltsstoffe, weil es hier wärmer ist, als in den Höhenlagen. Jene Tees müssen stärker fermentiert werden, um Tiefe und Süße zu gewinnen.

 

„Der Baum dort bei der Garage, das ist Mi Lan Xian. Den habe ich vor 30 Jahren aus China mitgebracht, sagt Chen verschmitzt. Menglin Chou erklärt uns bei der Übersetzung, dass es strikt verboten war, Teepflanzen aus China zu importieren, dass der Schmuggel sogar mit Gefängnis geahndet wurde. Dieser verloren dastehende Baum neben der klapprigen Garage, der seine dünnen Äste in den Himmel streckte, war also der legendäre Mi Lan Xian Dan Cong. Seine Blätter werden zu einer eigenen Cuvée verarbeitet, ein sogenannter Single Bush Tee, bei dem ausschließlich die Blätter eines Baumes verwendet werden.

 

Es wurde dunkel, die Kollegen saßen schon im Bus, aber ich musste diesen berühmten Teebaum unbedingt noch fotografieren. Das Licht reichte nicht mehr für ein gutes Foto, aber ich hatte keine Wahl. Festhalten wollte ich das Motiv zumindest. Auch das Foto, das Jiri Melzer von mir und dem Garagenbaum gemacht hat, war nicht besser, aber es ist immerhin der Beweis, dass ich da war.

 

 

 

Kürzlich traf die Ernte 2016 vom „Garage Tree“ in Köln ein. Es ist ein wilder, ungezügelter Oolong. Das Blatt ist braun, golden und rötlich. Es ist offen, nicht gerollt. Der Duft des Mi Lan Xian ist kühl wie Minze. Hell und strahlend erscheint der Tee in der Tasse. Ich schmecke Blütendüfte, Würze, Waldmeister und Himbeere und am Gaumen herrlich süße Tannine. Der „Garage Tree“ 2016 ist wie ein großer Pinot Noir. – Was will man mehr?