2018 Teereise Japan, Kyoto und Shizuoka

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Meine Reise 2018 nach Japan beginnt um 7:55h am Hauptbahnhof Köln, Gleis 6 Richtung Frankfurt. Ankunft in Kyoto. Die wunderbare Bahnhofsvorhalle mit Blick auf das Kyototower-Hotel.

Der Blick nach links.

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Wir können noch nicht ins Hotel einchecken. So besuchen wir die wunderbar neu restaurierte Amidahall, die um die Ecke liegt. Man bekommt nur einen ungefähren Eindruck von der Größe und Pracht dieser Halle. Leider darf man im Inneren nicht fotografieren. Die Amidastatue steht wunderbar zurückhalten und von Blumen umgeben im Hintergrund. Der gesamte Raum ist reine Pracht in Blattgold und reine Schlichtheit mit Holz und Tatami. Eine unvergleichliche Technik, wie diese riesigen Balken miteinander verbunden sind, großes Handwerk. Und eine große Atmospähre von Demut und Stille in diesem Raum, gerade einmal drei Minuten von der Bahnhofshektik entfernt.

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Eine Paar auf dem Weg zum Gebet

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Unsere erstes Treffen in Kyoto mit Christian Luther. Christian hat Kyoto in seinem freiwilligen sozialen Jahr kennen und lieben gelernt. Jetzt lebt er teils in Berlin, teils in Kyoto. Er arbeitet als Teeagent und knüpft Kontakte zu den Teebauern in dieser Region. Er ist interessiert an sehr guten Sencha und Gyokuro-Tees aus der Region Uji, Mie und Shiga. Seinen Kontakte auch zu Wettbewerbstees hier aus der Region scheinen sehr gut zu sein. Wir plaudern und scherzen in lockerer Athmospäre. Das Cafe Hello ist eine wunderbare Lokation für unser erstes Treffen. Es läuft amerikanische Ambient-Singersongwritermusik mit Slidegitarre. Es ist ein wunderbarer Sound in der Luft, der aus großen Studiomonitoren kommt. Die Stimmung ist leise und beschwingt. Ein guter Abend, am Ende einer längeren Reise. Wir werden morgen am Nachmittag mit Christian seine Tees verkosten.

 

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 2. Tag, 11.04.2018: UJI TASTING

 Auf dem Weg durch Kyoto zu Christian Luther finden wir in einer kleinen Seitenstraße ein altes Teegeschäft mit wunderschönen Holzdosen. Die freundliche ältere Besitzerin läd, uns ein uns umzuschauen und zu fotografieren.

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Wir überqueren den Fluß und sind jetzt am Rande des Gion-Viertels. Es war früher das Amüsierviertel mit Geishas. In moderner Form wird das heute auch noch angeboten. Es ist das klassische Altstadtviertel von Kyoto.

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 Ein Reiher auf dem Dachgiebel. So regungslos, das wir für Minuten dachten, er wäre ein Skulptur.

P1080927Gerne lassen sich junge Paare hier im Altstadtviertel vor den Kirschblüten und an den Bächen ablichten. Im Original harmonierten Kleidfarbe und Zaunfarbe nicht so gut.

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Einer der bekanntesten Schreine in Kyoto, der Hejan-Schrein mit großem Innenhof. Hier treffen wir Christian Luther für unser gemeinsames Tasting

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Unser Uji-Tasting bei Christian Luther. Wir machen eine klassische Teeverkostung mit heißem Wasser und lassen die Tees einfach stehen. Geprüft werden Blätter, Duft, Struktur, Geschmack und Abgang oder Nachklang. Im ersten Durchgang probierten wir aus Kagoshima: Asanoka, Yabukita, Yabukita/ Saemidori, Yabukita Blend. Reine und gut produzierte Bio-Grüntees von sehr gehobener Qualität aus dem Süden, Yabukita Blend stammt aus Nara.

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In einem zweiten Gang probierten wir: Sencha Okumidori/ Saemidori, Yabukita, Okumidori und Izumi aus Shiga, ein altes Teeanbaugebiet mit großer Tradition in der Nähe von Kyoto. Diese sehr gut gemachten Senchas überzeugten, der Zairai war durchaus wild. Große und interessante Tees aus einem entdeckenswerten Anbaugebiet.

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Dann Gyokuro. Wir testeten Gyokuro Goko und Saemidori, dazu einen Blend aus Goko/ Samidori. Welch eine Faszination,welches Umami, was für eine fruchtige Länge. Große Tees aus dem Bezirk Uji-Tawara.

Diskussion zwischen Jiri und Christian über Umami und Struktur und Länge der verschiedenen Tees. In einem nächsten Gang wurden ein handpicked Kyotanabe und ein Goko/ Saemidori verglichen. Das Niveau war kaum zu steigern, Öl, Frucht, wie Nektar und Balsam.

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Probe zweier Tencha-Tees, Asahi und Tsuyuhikari. Welch eine Süße und flirrende Leichtigkeit. Aus Tencha werden in der Regel Matchas produziert. Tenchas sind schwer zu kaufen, rar und teuer. Wir probierten Tees von prämierten Festivalsiegern. Ein großes Erlebnis.

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Ein Uji Matcha von erlesener Qualität. Tiefe, Kraft, Cremigkeit, Dichte ohne die Leichtigkeit zu verlieren. Ein großer Tee eines großen Teemachers.

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Der große Regen setzt ein zum Ende des durch und durch überzeugenden und faszinierenden Tastings. Wir schauen von Christians Balkon in Richtung Süden auf die Berge, unter uns ein Friedhof.

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Ein Ramen-Restaurant in der Nähe unseres Appartments macht mit die besten Ramen in Kyoto. Gestern haben wir es nicht gefunden, mit müdem Kopf. Heute finden wir es und haben Glück und bekommen sofort zwei Plätze an der Theke. Es gibt eine Bank auf der die folgenden Gäste warten. Es sind nur Japaner im Restaurant.

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Tiefe Würze, Süße, Kraft, Seafoodsüße und durchaus sättigend. Und alles wir mit einem herzhaft lauten Schlürfen eingesogen. Anders gehts nicht. Außerdem versaut man sich sein Hemd, das bleibt nicht aus. Aber das muss nach dem Tag sowieso in die Wäsche.

 

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Tag 3, 12.04.2018: KENNST DU DEN WEG NACH HAUSE

Der Tag beginnt mit Sushi und Macbook. Noch einmal kurz durch den Blog geschaut. Dann das neue Reiseziel von heute gecheckt, die Route per Subway festgelegt. Und dann Sushi.

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Auf dem Weg zu bekannten Töpfer Takemira Shigeo in Yamashita. Letzte Kirschblüten am Flußufer. Wir sind hinter dem Kiyomizudera Tempel auf der anderen anderen Seite der Berge von Kyoto. Wir fragen ein wenig. Ein Frau kennt den Töpfer, geht mit uns zu seinem Haus und klingelt einfach. Dann steht er da, sie stellt uns vor, wir lachen. Er bittet uns hinein. Der Hund in der Hütte bellt und wird während unseres Besuchs nicht aufhören zu bellen. Takemira Shigeo sprich kein Wort Englisch. Er ruft seinen Sohn. Der könnte vielleicht. Aber traut sich nicht.

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Also kommunizieren wir mit den Übersetzungsapps. Wir sehen uns kleine Schalen von Takemura Shigeo an. An der Wand hängt ein Riesenplakat mit einer seiner gelben Vasen. Das war eine große Ausstellung, ganz bestimmt. Die Atmoshäre ist herzlich und sehr freundlich. Wir wollen kaufen und suchen kleine Schalen für Grüntee oder Oolong aus.

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Jiri prüft den Rand der Schale und vor allem die Konsistenz des Tons. Je mehr wir uns mit Teeschalen von sehr hoher Qualität beschäftigen merken wir, wie sehr das Schmecken von der Qualität des Tons abhängt. Unsere Reiseschalen sind ein beredtes Bespiel für das Schmecken mit großartigen Teeschalen.

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Ein Blick in die Werkstatt von Takemura Shigeo.

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Ein Ensemble von Kannen und Bechern. Die linken Becher haben eine Glasur aus Sonnenblumenkernen. Die Kanne rechts hat eine Glasur, die aus Traubenholz hergestellt ist.

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Ein spektakuläres Farb-und Formenspiel.

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Zwei große Vasen mit Sonnenblumenkernglasur. Ein faszinierend schöner leuchtender Glasurverlauf.

P1090044 Diese Guinomi (Sakeschalen kleine Schalen) wollen wir kaufen. Takemura Shigeo ist verblüfft über die Menge. Wir erklären unser Business. Er lacht, freut sich.

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Mit großer Freude und ebenso großer Schnelligkeit rechnet der Sohn die Gesamtbetrag aus. Beide mit einem Lächeln im Gesicht. Wir sind alle hochzufrieden. Mailadressen und Karten werden ausgetauscht und noch einige Fragen über die App geklärt. Als wir gehen wollen bieten sie an, uns in einen bekannten buddhistischen Tempel des Orts zu fahren. Wir sagen zu.

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Beide bringen uns mit dem Auto in den Kanjui-Tempel. Sie haben Eintrittskarten für uns und stellen uns der Verwalterin vor. Dann verabschieden wir uns und sind beide in einer herrlichen Tempelanlage. Eine schöne Gartenanlage, ein sehr schöner harmonischer Tempelbau.

P1090057Die prächtige Wandbemalung im Inneren des Kanjui-Tempel.

Als wir gehen wollen ruft mich die Verwalterin zu sich und zeigt auf ihre Übersetzungsapp: Kennst du den Weg nach Hause? Ich bin gerührt über so viel Fürsorge. Takemira Shigeo hat ihr bestimmt aufgetragen, sich um uns zu kümmern. Wir sind nur drei Straßen weit gefahren, so das ich lächelnd antworte: Hai, hai, ja, ja.

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Wir durchkämmen die Galerien im Gion-Viertel nach Keramik. Teuer, sehr teuer, oder uninteressant. Bei einer Pause unter Kirschbäumen werden wir Zeuge des unvermeidlichen Braut und Bräutigam-Fotoshootings. Das ist ein Snapshot der wahrhaft schönen Braut unter dem Rest der Kirschblüten.

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Es ist spät geworden. Trotzdem gehen wir zum Kiyomizuderatempel hoch. Nicht schön, es ist sehr sehr voll. Der Blick auf die Stadt in der Abenddämmerung entschädigt. Er ist  großartig, eine kleine Belohnung. (hier zu fotografieren ohne eine Menschengruppe mit aufs Bild zu bekommen ist die wahre Kunst)

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 Es ist einer der schönsten Blicke auf Kyoto. Man muss sich für Sekunden die Mengen an Menschen fortdenken. Ein recht langer Tag geht zu Ende. Wir mieten noch zwei Fahrräder und radeln vergnügt am Fluß entlang Richtung Kaiserpalast und Apartment. Auf dem Weg nach Hause.

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Tag 4, 13.04.2018: WAS FÜR EIN FUCKING STEINGARTEN!

Wir probieren heute morgen die Schalen von Takemura Shigeo im Vergleich zu unseren Reiseschalen. Der Baxian Shui Xian ist fruchtig und dynamisch und harmonisch in unseren Schalen aus Taiwan. Derselbe Tee schmeckt in den Schalen von Takemura Shigeo etwas schlanker und komprimierter. Die Schale mit der Rebholzglasur hat ein wenig mehr Holz süße Vanillenoten.

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Heute ist Zen-Sightseeing. Wir waren fleißig die letzten Tage und belohnen uns mit einem Tag im Daitokuji-Tempel. Es ist ein großes Vergnügen in der herrlichen Morgensonne durch die kleinen Seitenstraßen von unserem Apartment, es liegt an der Horzintalverlängerung des südlichen Kaiserpalasts, zum Daitokuji-Tempel im Norden zu fahren. Mal halten wir plötzlich an, weil Jiri wieder irgendwelche Teetöpfe in den Schaufenstern entdeckt hat. Manchmal bremst er so plötzlich, das ich ihm aufs Schutzblech, beziehungsweise auf den Ständer fahre. Wir haben einfache Hollandräder gemietet. Die Sättel sind wohl auf japanische Frauen eingestellt. Wir sehen beim Radeln aus wie Affen auf dem Schleifstein. Aber es macht Spaß.

Dies ist der Eingangsbereich zum Daisen-In. Es ist ein Untertempel im Daitokuji-Distrikt.
Hier hat der Teemeister Rikyu gelebt. Leider kann ich außer der Schuhablage nichts fotografieren. Es herrscht strengstes Fotografierverbot.

Diese Kiefer hat der alte Kaiser vor dem Daisen-In gepflanzt. Die Kiefer war beim meinem Besuch 2012 schon etwas angeschlagen. Jetzt scheint wohl der Blitz eingeschlagen zu haben, es gibt  Brandspuren. Oder der Baum musste drastisch beschnitten werden. Eine majestätische Kiefer, früher, aber auch jetzt.

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Leider kann ich diese faszinierende japanische Gartenarchitektur aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts nicht in Bildern zeigen. Der Verlauf des Gartens mündet in eine fast leere Fläche aus nahezu weißem Kies. Es sind zwei kleinere spitze Hügel, ebenfalls aus Kies aufgehäuft. Der ganze Steingarten scheint wie in einem Fluß zu sein, eine einziges immer wieder Bewegen, Schwingen, Wellen der Ewigkeit, „Der Ozean“. Jiri und ich sitzen still hier, eine Weile ganz alleine.

Der Frühlingswind weht kräftig, die Sonne ist schon recht stark. Weit im Hintergrund das Plappern und Kichern von  drei japanischen Schülerinnen, die mit dem Mönch scherzen. Oder vielmehr, er scheint mit ihnen zu scherzen.

Es hat gerade keine Zeit. Es ist nur jetzt, nur Wind, Plappern, Kichern, Atmen, Wellen, die kommen, gehen. Ich bin hier. Jetzt.

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Einige Mönche im Gespräch.

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Wir stolpern fast zufällig in den Ryogen-In. Hier finden wir einen der faszinierendsten und berühmtesten Steingärten Japans. Der Totekido ist der kleinste Steingarten der Welt.

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Auf der Kopfseite des Ryogen-In sehen wir diesen mit Moosflechten bedeckten Garten, der seine Farbe und Struktur gemäß der Jahreszeiten wechselt.

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Isshidan ist ein Wunder aus Steinen und Raum. Neben dem Ryoanji der für mich faszinierendsten Steingarten in Japan.

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Die Aufteilung zwischen den einzelnen Inseln ist großartig. Der Garten strahlt eine majestätische Größe und fulminante Wucht aus.

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Wir sitzen schweigend, still atmend, gefühlt atemlos.

P1090171 Beim Hinausgehen raune ich Jiri zu: "Was für ein fucking Steingarten!"

Er antwortet, "hey, was für ein toller Titel für deinen Blog."

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Im Rakumuseum nahe dem Kaiserpalast. Eine kurze Erklärung mit Bild zeigt wie Rakuwerke entstehen.

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 Hier eine kleine Auswahl der ausgestellten Objekte. Die großen Schalen aus dem Jahrhundert, von Chojiro und anderen großen Künstlern aus der Rakudynastie, darf man nicht fotographieren. Aber sie stehen hier im Museum. Man kann es nicht glauben.

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Dazwischen alte No-Masken. Ich habe eine Kriegermaske ausgesucht, weil die so schön grimmig schaut und schwarze Zähne hat.

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Rakuvasen in der Form von Handtrommeln.

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Am Schluss noch zwei Black Raku Schalen, die ich fotografieren durfte.

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Der Hakuhodo-Store in der Innenstadt von Kyoto. Ich hatte den Auftrag für einen Freund eine Auswahl von Pinseln, Schminkpinsel zu besorgen. Nein, nicht was Sie denken! Ich soll die Pinsel für seine Freundin besorgen. Sie sammelt Pinsel und sie benutzt diese auch.

 

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Der ultimative Hersteller kommt natürlich aus Japan und heißt Hakuhodo. Sie haben einen Flagstore in Kyoto. Die machen aus allem was Fell hat, vier Beine hat und auf der Erde herumläuft, hochelegante und feinste Pinsel. Das Geschäft ist im modernen Kyotostyle gestaltet.

Diese Pinselflucht hat mich sehr an meinen kleinsten Steingarten heute Mittag im Ryogen-In erinnert. Es hat hier eine ähnliche Klarheit und Ruhe.

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Die Sonne geht unter in Kyoto. Es wird empfindlich kalt. Wir sitzten noch ein paar Minuten auf der Uferböschung und schauen den Radfahrern und Fußgängern zu.

Die junge Frau scheint plötzlich wie aus der Zeit gefallen.

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 Tag 5, 14.04.2018: ASAHIYAKI, ASAHIYAKI, GANZ HELLBLAU.

Wir fahren in nach Uji. Es ist Samstagmorgen. Der Zug ist ziemlich voll. Ein Blick in de Teestreaße von Uji. Wir sind recht früh. Die Ströme von Besuchern  werden noch kommen. Es ist eine recht kleine Stadt, die natürlich vom Teehandel lebt.

Hier in der Teestraße reiht sich ein Teegeschäft und ein Matchageschäft ans andere. Die Auslagen sind grün, grüner geht es nicht. Und man kann alles Mögliche mit Matcha kaufen.

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Das ist eine alte Röstmaschine für Hojicha, also für gerösteten Bancha. Die ganze Straße riecht nach leicht maronenähnlichen Hojicha Röstnoten. Und deshalb hat man wohl die Maschine hier aufgebaut. Sie ist Werbeträger für das Teegeschäft.

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Der Ujifluß, dahinter die Teeberge.

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 Eine alte Maschine zur Produktion von Tee.

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Am rechten Ufer des Ujiflusses entdecken wir eine neue wunderschön eingerichtete Galerie für Keramik. Die ausgestellten Stücke sind sehr gut ausgesucht. Die beiden Besitzer sind höflich und überaus freundlich. Es herrscht eine schöne und stille Atmosphäre. Leise Pianomusik. Mich nervt das, aber Jiri meint, die würde zur Entspannung beitragen und zum Kauf motivieren. Sei es drum. Sie Klang über Genelec-Boxen ziemlich gut.

P1090237 Ein Teeraum am Ende der Galerie mit Blick auf den Fluß. Besser geht es nicht.

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Sehr schöne Schalen von einem ortsansässigen Künstler, hellblaue Schalen im Asahiyaki-Stil.

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Ein altes Teehaus auf der linken Seite des Flusses. Der Garten ist teils verwildert. Er gibt Ruhe und hat Harmonie und strahlt Natürlichkeit aus. Ein idealer Platz um Tee zu trinken. Wir gehen hinein. Das Teehaus ist leer. Wir suchen im Garten jemanden. Aus dem Haus gegenüber hören wir ein heiseres Krächzen. Es kommt eine ältere Dame, etwas gebückt, freundliche Worte murmelnd und lädt uns ein wieder ins Teehaus zu gehen. Wir bestellen Sencha, oder Kabusecha. Sie versteht nicht.

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 Sie zeigt auf die Angebote, die Zettelchen an der Wand, und zeigt immer auf das zweite von rechts.
Wir verstehen nicht. Wir wiederholen, Sencha, oder Kabusecha, oder Gyokuro. Nichts kommt an, sie versteht nicht. Sie antwortet: Matcha? Nein sagen wir, Sencha, Gyokuro! Sie antwortet, Matcha? Ich sage, O Cha. Ich erinnere mich an meine Zenübung, an deren Ende der Lehrer  O Cha sagt und zum Tee bittet. Sie grinst, versteht und sagt, O Cha, Matcha. Wir geben auf. Ja, Matcha.

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Die Teehausdame geht in die Küche. Es klappert. Wir erwarten die Vorbereitung für den Matcha. Sie kommt mit einer normalen Kanne und zwei Schalen wieder. Es ist ein aufgewärmter Hojicha von vor zwei Tagen. Jiri meint, o.k., zur Überbrückung für die Wartezeit. Er hat Recht. Ich trinke einen Schluck. Mein Fehler. Der Tee schmeckt wie aufgelöster Teer, nur etwas leichter. Wir schütten den Teer-Hojicha in einem unbeobachteten Moment wieder zurück in die Kanne. Die alte Dame schaut um die Ecke. Wir lächeln, und nicken wohlwollend auf die Kanne zeigend. Dann kommt die Dame plötzlich mit einer weißen Dose mit Sencha Tee. Oh Gott, sie hat verstanden. O Cha hat gewirkt. Sie läßt uns riechen.Wir riechen, nicken begeistert. Sie geht zurück in die Küche. Wir bekommen Sencha.

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Sie kommt zurück mit einem Tablett, einem Hohin (kleine Teekanne) gefüllt mit Sencha, zwei Schalen und einem Samashi, einem Abkühlgefäß, und heißes Wasser. Wir sind am Ziel. Das Tablett stellt sie bei mir ab, also mache ich den Tee. Ich gieße das heiße Wasser in das Samashi. Sofort fordert sie mich auf den Tee zu überbrühen. Ich will warten. Sie runzelt die Stirn. Wir warten, es ist unser Tee. Ich gieße das heiße Wasser noch in die zwei Schalen und dann wieder zurück in das Abkühlgefäß. Sie schüttelt verständlislos den Kopf. Ich bleibe hart und bleibe bei meiner Methode. Dann übergieße ich die Blätter mit dem abgekühlten Wasser. Nach 30 Sekunden wird sie wieder unruhig. Die Ziehzeit dauert ihr zu lange. Wir warten und halten die strengen Blicke aus. Ich gieße ab nach ca. 90 Sekunden. Wir probieren. Der Tee ist gut und hat eine sehr gute Balance zwischen Süße und Herbe. Als wir zufrieden grinsen ist sie auch zufrieden und ermutigt mich zum zweiten Aufguss. Ich nehme jetzt etwas heißeres Wasser. Sie beginnt zu reden. Ich bin beschäftigt mit dem Tee. Also redet sie auf Jiri ein. Der nickt, lächelt und fängt plötzlich, wie aus heiterem Himmel an mitzureden. Wir hören von ihr Asahiyaki und sie zeigt über den Fluß nach links und mimt eine Brücke. Jiri antwortet. Ja. Asahiyaki, gemeint ist ein spezielles Teegeschirr aus Uji, mit dem wir gerade den Tee aufbrühen. Jiri,  Asahiyaki haben wir gesehen, drüben über der Brücke links. Sie redet wieder wie in einem Fluß, Hai, Asahiyaki und zeigt wieder Richtung der Galerie, aus der wir gerade gekommen sind.

Jiri ist in seinem Element. Ja, ja, Asahiyaki , da kommen wir gerade her. Die haben auch tolle Schalen. Die Hellblauen sind besonders schön. Ich mache den zweiten Aufguss. In mir zuckt das Zwerchfell. Es  bildet sich eine Art Lachlava die raus muss. Und wieder sie, hai, hai, Asahiyaki , und zeigt wieder rüber. Und Jiri nahezu simultan mit ihr. Ja, ganz tolle Schalen, auch der junge Künstler, eine ganz tolle Matchaschale, ganz großartig. Und die hellblauen Schalen, ganz toll. Ich kann kaum noch die Teekanne halten und versuche mich auf das Ausgießen von Tee zu konzentrieren. Sie redet in einem fort. Und dann fast unisono Jiri, ja, ganz toll, die blauen, und sie, Asahiyaki , Asahiyaki! Ich platze fast, die Lava steigt. Wenn ich jetzt noch einmal, das Hellblau finde ich besonders schön, kommt, explodiere ich. Asahiyaki Asahiyaki . Und dann Jiri todernst, das Hellblaue finde ich besonders schön. Aus, vorbei. Ich stelle den Hohin hin, platze laut mit einem wirklich lauten Lachen raus. Mich schüttelt es. Es treibt mir Tränen in die Augen. Die Beiden, Asahiyaki, Asahiyaki , wirklich ganz toll, das Blau!

Sie lachen Gott sei Dank mit. Ich rette mich in den dritten Aufguss. Ich nenne ihn den hellblauen Aufguss. Er schmeckt ein wenig bitter. Zu lange gezogen. Einfach zu viel Asahiyaki .
Ich schleppe mich lachend mit Tränen in den Augen aus dem Teehaus heraus. Diesen Dialog hätte Loriot nicht besser schreiben können, Asahiyaki , Asahiyaki, ganz toll, hellblau.

 

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Der Bodyoin Tempel in Uji, ein buddhistischer Tempel.

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 Am Nachmittag geht es wieder auf die andere Flußseite, die Asahiyaki-Seite.
Jiri kennt das Sushirestaurant von seinem früheren Besuch in Uji. Es gilt hier als das weit und breit beste Restaurant. Wir ziehen eine Nummer und warten recht lange bis die ersten Plätze frei werden. Kein schlechtes Zeichen.

An der Sushibar, die Köstlichkeiten waren einfach vom Band gepflückt. Jedes Sashimi ist großartig. Der Fisch hat ein sensationelles Aroma. Die Konsistenz ist perfekt. Sushi auf Weltniveau. Das Quantum Wasabi zwischen Fisch und Reis ist perfekt austariert. Den Ingwer essen wir zum neutralisieren. Es ist ein perfekter Nachmittag, bis der Aal kommt.

Er wird auf einer goldenen Schüssel serviert. Goldene Schüssel ist halt nur das höchste Preisniveau. Die Schüssel ist angemessen. Weiche dichte Konsistenz, volles sattes Aroma, Tiefe. Man möchte dahinschmelzen.

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Tag 6, 15.04.2018: STUDY FOR NOTHING

Wir suchen heute nach bekannteren Künstlern, die in Museen oder Galerien ausgestellt sind.

Der Kontrabass hat mit unserer Arbeit gar nichts zu tun. Ich zeige ihn zur Erheiterung zu Hause, und bin beeindruckt von der Lackarbeit auf dem Korpus.

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Plötzlich stehen wir vor einer großen Vase von Manji Innoue. Er ist ein „Living National Treasure“. Wir haben Ihn im letzten Frühjahr in Imari, im Süden von Japan besucht. Seine weiße, leicht bläulich schimmernde Keramik hat eine majestätische Tiefe, eine große Ruhe und eine faszinierende Leichtigkeit.

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Zwei Künstler, die im Museum ihre Arbeit machen. Eine Korbflechterin, und ein Holzschnitzer, der an einer Vogelfigur arbeitet. Sie schaut scheu zu mir herüber, obwohl ich bestimmt zehn Meter weit weg stehe.

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Ein Entwurf von Gert Thomas Rietveld. Für gute Laune.

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Der Eingangsbereich vom Kyoto Museum Of Modern Arts, wuchtig.

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Einen ganz lieben Gruß an meine Zen-Freunde aus Köln und Umgebung aus Kyoto:

STUDY FOR NOTHING
(von Rosemarie Trockel)

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Eine sensationell schöne Vase von Kawei, Kanjiro, großer japanischer Keramikkünstler, gestorben 1966.

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 Unser fast letztes Ziel in Kyoto ist die Kyoto Federation Of Ceramics Association. Es ist eine Vereinigung verschiedener Keramikkünstler, ein gemeinsamer Showroom, eine Präsentationsbasis und eine eigene Galerie.
Eines der Mitglieder stellt eigene Schalen aus dreht an der Scheibe. Hier sehen wir den Moment in dem er die Schale mit einem. Bindfaden von der Scheibe trennt. Seine Schalen sind von schöner Schlichtheit. Wir kaufen einige seiner Schalen.

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 Wir haben noch ein Date mit einer Galerie am Rande des Kiyomizu-dera. Vor einigen Tagen haben wir nach jüngeren Künstlern gefragt, und nach deren Keramikwerken. Sie schickten einige Bilder von guten Schalen per mail. Die wollen wir abholen. Auf dem Weg hoch auf den Kiyomizu-dera stoppt Jiri plötzlich. Er hat wieder etwas entdeckt. Ein Schaufenster mit wirklich toller Keramik. Wir gehen hinein und merken, es sind Stücke von Yuichi Ikai. Diesen Töpfer suchen wir schon die ganze Zeit, fanden aber seine Adresse nicht heraus. Jetzt stehen wir in seinem Geschäft.

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Und er ist persönlich da. Später, als wir einige Dinge gekauft haben erklärt er uns, er wohne ca. 1 Stunde Autofahrt weg von Kyoto, oben in den Bergen. Wir haben Glück das sein Geschäft jetzt offen ist, das macht sonst seine Frau, aber die hat ein kleines Baby. Und wenn er arbeitet, muss es oben sein, in den Bergen.

Jiri erklärt ihm, wir sind Keramik-und Teehändler, und sie verhandeln die Bedingungen.

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 Ein Chawan Yuichi Ikai. Yuichi Ikai hat bei Uichi Shimizu, einem National Living Treasure, studiert.

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Yuichi Ikai scheint eine Art Rock ´n Roller der Töpferszene zu sein vorne rechts). Im Geschäft ist er aufgeschlossen, freundlich und friedlich.

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Im Grunde haben wir Yiuchi Ikai die ganze Zeit über in Kyoto gesucht und jetzt am letzten Tag eher durch Zufall gefunden. Seine Adresse in den Bergen war einfach nicht heraus zu bekommen. Wir haben eine schöne Stunde in seinem Geschäft verbracht und tolle Keramik gesehen und einiges gekauft.

Man kann nicht alles planen, alles vorbereiten, alles kontrollieren: STUDY FOR NOTHING.
(das ist uns Beiden Gott sei Dank gar nicht so fremd)

Wir haben unsere geliebten japanisch-holländischen Damenräder abgegeben und machen uns am Fluß entlang zu Fuß auf den Weg nach Hause. Vom Kiyomizu-dera zum Kaiserpalast, und dann noch mal zwei Kilometer weiter nach Westen.

Just walking for nothing.

 

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 Tag 7, 16.04.2018: #EY DEUTSCHLAND, SIT DOWN, BE HUMBLE#

Wir verlassen Kyoto mit dem Elf-Uhr-Shinkanzen Richtung Nagoya. Dann fahren wir weiter nach Toki. Toki ist neben Tajima und Seto das Zentrum der Mino-Keramik in Japan. Wir so so zeitig in Toki, das wir noch nicht einchecken können. Also lassen wir die Koffer im Hotel und nehmen ein Taxi zu einem Präsentationszentrum für Keramik dieser Region. Es liegt in den Bergen, einige Kilometer von Toni entfernt. Wir steigen aus, es ist eine herrliche Waldlandschaft, es scheint die Sonne, die Vögel tirilieren. Gezahlt, das Taxi wartet zunächst, dann fährt die Fahren ganz langsam weg. So langsam, das ich ihr fast noch hinterher rufen will.

Das Keramikzentrum hat geschlossen. Es ist still hier oben, sehr still, bis auf die gut gelaunten Vögel. Niemand scheint hier zu sein. Wir laufen umher, entdecken einen Brennofen, sonst nichts.
Setzten uns unter einen Baum, machen Tee. Zwei Trottel im Wald. Weit und breit kein Mensch, kein Bus, kein Taxi. Wir beschließen nach dem Tee zu trampen, mit dem linken Daumen natürlich,voll entschleunigt.

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Einigermaßen ratlos erkunden wir noch einmal das Umfeld. Jiri entdeckt ein großes Haus mit einem Fenster. Er hat schon wieder Keramik erschnüffelt. Zunächst öffnet niemand. Dann schlurft ein älterer Herr heraus, öffnet die Schiebetür und wir stehen in einem alten Bauernhaus, in den Regalen Keramik. Es ist ziemlich kalt hier. Die Beiden verhandeln, obwohl wir nichts kaufen wollen. Immer spricht Jiri von Töpfern, die wir treffen wollen. Der ältere Herr, Jiro Sazaki summt immer ganz leise vor sich hin. Ich setzte mich auf die Veranda in die Sonne und höre von drinnen nur: jüngere Töpfer suchen, jaja, dann das monotone Summen von Jiro Sazaki. Nach einiger Zeit kommt Jiri. Lass uns mal warten, meint er. Ich glaube er hat etwas vor. Jiro Sazaki hatte zuvor telefoniert. Dann kommt er aus dem Hauseingang und winkt uns zu seinem weißen Toyota. Er fährt uns, großartig.

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 Wir fahren den Weg zurück nach Toki. Dann fährt er weiter, durch den Ort durch und am anderen Ende wieder den Berg hinauf. Plötzlich biegt er links ab. Wir sehen auf einer Hügelkuppel ein etwas futuristisch anmutendes Gebäude. Toki Municipal, Institute of Ceramics. Jiri und ich verstehen nichts. Wir folgen. Im Inneren treffen wir auf einige Mitarbeiter und auf Sakai Hiroshi. Er ist ein berühmter Töpfer. Ihn wollten wir unbedingt sehen. Plötzlich steht er vor uns. Aber nicht in einer Töpferkate in Arbeitskleidung,  sondern in dunkler Kleidung als smarter Boss dieses Instituts. Nochmal großartig. Der alte Mann (Jiro) ist für Überraschungen gut. Er stellt uns vor. Wir werden freudig begrüßt. Masayuki Higuchi fährt mit uns in sein Atelier. In einem weißen Toyota Masterclass.

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Die Becher und Vasen von Sakai Hiroshi, weiße Shinoglasur und schwarze Seto Guro-Glasur.

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Sakai Hiroshi erzählt uns die lange Entwicklungsphase zu der sehr speziellen und hochspannenden Glasur, die er erstmals entwickelt hat. Sakai Hiroshi hat Keramikkunst bei Kozo Kato studiert, einem berühmten National Living Treasure. 

Die Seto-Guro Chawans sind meine absoluten Lieblinge. Ich suchen mir einen aus. Sie fühlen sich extrem leicht an, wie Lavagestein. Die Oberfläche erscheint rau, erscheint aber fein und eher weich beim Anfassen. (später, als ich den Preis für die Schale erfahre, stelle ich sie unter großem inneren Protest wieder weg)

 

 

 

 

Yunomi in ShinP1090372-KopieSchalen in Shino- und Seto Guro-Glasur.

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Die Frau von Sakai Hiroshi kommt zu uns. Sie spricht ein gutes Englisch und freut sich uns zu helfen. Nach einigen Verhandlungen über Preise und Menge haben wir uns für einige Objekte entschieden, die wir kaufen und morgen bezahlen werden. Unser Cash reicht bei weitem nicht aus.

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Frau Sakai bitte uns ins Haus. Es ist das Haus der Großeltern, ein traditionelles japanisches Haus mit Shojis und Tatamis und einem wunderschönen Garten.

Wir sitzen an einem niedrigen Tisch. Frau Hiroshi wundert sich, das wir im Fersensitz Platz nehmen. Sie hat große Freude an der Kommunikation mit uns. Ihr Englisch ist so gut, das wir sogar ein wenig über internationale Politik, Handel, Donald Trump, Angela Merkel und das deutsche Flüchtlingsproblem sprechen können. Es git dazu Kaffee nach Japanmethode, einen guten gefilterten Kaffee.

Wir sind, glaube ich, für Frau Sakai das Highlight des Monats. Sie pflegt eine intensive Freundschaft nach Turin. So trainiert sie ihr Englisch ein wenig. Wir laden sie gerne nach Freiburg und Köln ein. Es hat eine lockere und sehr entspannte Atmosphäre. Wenn man bedenkt, das wir noch vor zwei Stunden allein in den Bergen gesessen haben, zwei Trottel, das ist schon verrückt.

Frau Sakai leitet die kleine Töpferfabrik, die an das Haus angrenzt. Sie wurde gegründet von der Großelterngeneration gegründet. Hier werden Töpfe für Ramen und Soba gefertigt die in die ganze Welt geliefert werden.

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Ein Mitarbeiter der Fabrik ist ein junger aber schon prämierter Töpfer. Er möchte uns einige seiner Schalen vorstellen und rast schnell nach Hause.

Die Guinomis des jungen Töpfers sind sehr gut gearbeitet. Die Glasur ist sehr schön, die  Form etwas floral. Wir würden uns einen geraderen Rand wünschen. Es scheint alles machbar. Dann die Frage nach dem Preis. Er ist wirklich wuchtig. Es wird still. Zum Glück kommt in diesem Moment die persische Hauskatze um die Ecke. Die Zeit gefriert für einen Moment. Der junge Töpfer merkt, er hat überspannt, verbeugt sich und flieht in an seinen Arbeitsplatz. Jiri krault die Katze, die das sichtlich genießt. Die beiden Hiroshis genießen auch. Das Schnurren der Katze entspannt die Situation. Wir erklären das Preislevel für Keramik in Deutschland. Sakai Hiroshi will für uns nachbehandeln. Nach drei Minuten kommt er zurück mit einem deutlich akzeptablerem Preis.

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Beide Hiroshis wollen uns zum nächsten Töpfer, der ganz oben auf unserer Wunschliste steht, begleiten. Also wieder in die weiße Limousine und ab in den nächsten Ort. Wir werden erwartet von Masayuki Higuchi. Er hat bei einem großen Töpfer, einem Living National Treasure studiert.

Zwei Vasen von Masayuki Higuchi.

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Masayuki Higuchi hat ein Vielzahl von Guinomi für uns präsentiert. Es sind alle Stile der Region zu sehen: Seto Guro, die schwarze Glasur, Shino in verschiedenen Variationen, von weiß über die verschiedenen Rot-Variationen, und Oribe, die grüne Glasur.

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Sehr faszinierende und außerordentlich wuchtige Chawans. Wuchtig in der Farbgebung, aber auch wuchtig in der Haptik.

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Jiri bei der äußerst schwierigen Auswahl. Schwierig, weil die Kunst in der Beschränkung liegt. Die Guinomis sind sensationell schön. Masayuki Higuchi hadert mit dem Google Teacher. Wir reden mit Händen und Füßen. Später als es um Preise geht, und wir erklären, das wir Händler sind, schalten wir per Handy seine Schwester ein, die gutes Englisch spricht. No Google teacher, google sister, grinst Masayuki Higuchi. Hey, ein bisschen lustig ist er auch noch.

P1090406Ein Auswahl an Masayuki Higuchi Chawans und Guinomis. Man könnte jede Schale mitnehmen.

Business is over. Wir haben einen besseren Preis bekommen und kratzen unser letztes Bares zusammen. Es reicht so gerade. Und das Taxi, frage ich Jiri. Daran hab ich nicht gedacht. Also kein Essen heute.

Kein Problem, Masayuki Higuchi und seine Freundin fahren uns wie selbstverständlich nach Toki in unser Hotel zurück. O.k., er hat gut verkauft und wir haben gut eingekauft, aber diese Freundlichkeit, die uns heute begegnet ist, und zwar mit allen drei Töpfern, finde ich sehr außergewöhnlich. Das würden wir uns in Deutschland so nur wünschen.

#Ey, Deutschland, sit down, be humble#

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7.Tag, 17.04.2018: ICH WERDE DEN START SEHEN

Der heutige Tag beginnt mit einem Gang zur Bank. An und für sich nichts außergewöhnliches im Ausland.
Man geht in eine Bank, legt sein Geld auf den Tresen, zeigt seinen Paß, füllt ein Formular aus, bekommt die heimische Währung und geht wieder hinaus. Aber, wir sind in Japan. Die Bankautomaten scheinen die Kreditkarte nicht zu akzeptieren.
Wir probieren es einige Male. Kein Erfolg. Das kennen wir von den Reisen aus Taiwan und China. Manchmal geht es, manchmal nicht. Also wechseln wir das Bargeld, das wir vorsorglich mitgebracht haben. Jiri reist sowieso ohne Pin, das heißt er bekommt auch über den Automaten nichts.

Wir betreten die kleine Bank neben unserem Hotel. Wir sind in einem kleinen Ort, also gibt es auch eine kleine Bank.
Wir ziehen eine Wartemarke. Es ist 9:05h. Um 10:00h haben wir uns mit den Sakai verabredet. Sie bringen die Schalen, die wir gestern ausgewählt haben in unser Hotel. Es ist Zeit genug, denken wir. Es ist wenig los in der Bank. Jiri ist sofort dran.
Ein Bankangestellter mittleren Alters mit recht strengem Ausdruck ist sein Ansprechpartner. Ich nehme in der Wartereihe Platz und beobachte. Es scheint alles normal. Er gibt Jiri ein Formular. Jiri füllt das Formular aus. Der Angestellte läuft mehrmals hin und her, eher ruhig. Jiri füllt das Formular aus und zählt das Geld ab. Das verschwindet der Angestellte. Es ist 9:15h, Zeit genug, denken wir. Der Angestellte kommt wieder, nimmt die Euros in eine Plastikschalen, das Formular in die andere,. verschwindet. Jiri schwand Übles und meint, wir ich soll ihm meinen betrag zum Wechseln auch schon geben, das ginge schneller. Er ahnt nicht, wie falsch er mit dieser Idee liegt. Der Angestellt kommt wieder. Ich gebe mein Geld Jiri. Der Angestellt nimmt alles und verschwindet. Es ist jetzt 9:25h. Ich zeigt auf die Uhr. Jiri meint, kein Problem, wir haben Zeit.

Es passiert nichts. Der Angestellte ist weg. Ich geben zu bedenken, vielleicht hätten wir die hübsche Mitarbeiterin mit der Gesichtsmaske wählen sollen. Die macht einen kompetenteren Eindruck. Aber es ging ja nach Wartemarken, Pech. Das verkniffen strenge Gesicht kommt zurück. Auf dem Weg zu uns wird er zweimal von Mitarbeitern angesprochen, die etwas von ihm wissen wollen. Er reagiert etwas unwirsch. Er hat Streß. Es ist 9:30h. Der Bankmann erklärt uns, das wir nur jeder einzeln 390 € wechseln dürfen. Das bringt unser Konzept völlig durcheinander. Wir brauchen mehr. Aber immerhin würde es reichen, die Ware von den Sakai zu bezahlen, knapp reichen. Also fülle ich einen extra Zettel aus. Super Timing denke ich. Es ist 9:35h. Es wird langsam eng, bei dem Arbeitstempo. Der Angestellt verschwindet mit meinem Zettel. Nach drei Minuten kommt er zurück. Ich muss jetzt meine Handynummer eintragen. Super, ich wundere mich warum ich nicht das Geburtsdatum meiner Frau, meiner Kinder und meines Hunds irgendwo aufschreiben muss. Jiri muss dann auch. Es ist 9:41h.

Der Angestellte verschwindet hinter dem Schreibtisch. Wir sehen, wie er in einem Bilderbuch für Geldscheine blättert und unsere Sorten überprüft, gewissenhaft und sehr langsam. Wir haben Hunderter, zwei Sorten Fünfziger, Zwanziger und Zehner eingereicht. Den Zehner hätten wir uns echt schenken können, der kostet extra Zeit. Es ist 9:45h. Das Handy von Jiri klingelt. Frau Sakai kündigt sich für zehn Uhr an. Ich höre Jiri freundlich sagen, ja ist o.k., bis gleich, und denke, Spinner. Das schaffen wir nie, beim dem Geschwindigkeitsfanatiker hinter dem Tresen. Es ist 9:51. Der Angestellte kommt mit Geld auf einem Tablett. Ich bekomme zuerst, zähle schnell nach will Platz machen für Jiri. Er verbeugt sich ehrfurchtsvoll. Ich habe jetzt meine paar Yen, 9:54h. Jiri ist an der Reihe. Dasselbe Procedere, dann sind wir fertig, es ist 9:56h. Gott sein Dank ist die Bank nur einen Häuserblock vom Hotel entfernt. Die Sakais kommen pünktlich um 10:00h. Die haben ein gutes Timing.

Wir freuen uns, bitten sie in die Lobby, bezahlen und haben ein wenig Spaß. Ich frage Hiroshi Sakai lieber nicht, was er über die Effektivität des japanischen Bankensystems denkt. Wir brauchen mehr Geld, also verabreden wir uns mit den Sakais bei deren Hausbank. Sie fahren uns in eine große Bank in den Nachbarort. Die Formalien klappen prima. Hier gibt es direkt drei Angestellte, die kümmern. Geld bekommen wir nicht. Dafür dürfen wir wenigstens einen hohen Betrag wechseln.
Die Banknoten gibt es erste in einer Stunde. Als wir das Geld einer Stunde abholen wollen sitze ich mit Hiroshi Sakai bestimmt zwanzig Minuten im Auto und es passiert nichts. Dann stellt er seinen Googleübersetzer an und spricht rein: -Ich werde den Start sehen-, ich zucke die Schultern. Es spricht noch einmal: -ich werde den Start sehen-. Ich nicke und er geht hinaus. Er will einfach mal nachsehen. Nach zehn Minuten sind dann alle wieder da.

Fluch und Segen, diese Übersetzungsapps.

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Wir fahren mit dem Toyota Majesta in eine Töpfergalerie. Hiroshi Sakai ist mit der Geschäftsführerin, die auch eine bekannte Töpferin ist, sehr gut befreundet. Sie scherzen und lachen unentwegt.  Eine ausladend futuristische Vase.

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Schale in Weiß.

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Teller aus Keramik wie ein Korbgeflecht.

 

P1090417Schale in Weiß.

P1090419 Hiroshi Sakai mit der Leiterin der Galerie, in der auch Keramiker ausgebildet werden. Die Räumlichkeiten sind modern und hell eingerichtet. Ein wunderbarer Ort zu lernen und zu schauen.

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Untern rechts Artefakte von Hiroshi Sakai.

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Ein eigenwilliges Objekt in Weiß, wie eine Klosettschüssel auf Beinen.

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Der Ausstellungsraum.

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Blick auf Tajimi.

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Mit den Sakais in einem Sushirestaurant der gehobeneren Klasse in Toki. Das Restaurant liegt 30 Meter von unserem Hotel entfernt. Wir haben es gestern Abend nicht gesehen.

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Eines der größten Susjhi-Essen meines Lebens. Hiroshi Sakai hört nicht auf auf den Bildschirm zu drücken und neue Sushis uns Sashimi zu bestellen, bis der Tisch komplett voll ist. Es wird eine Orgie. Sie pickt nur das eine oder andere aus der Menge.


Er ißt in einem irrsinnigen Tempo, so das selbst Jiri nicht mitkommt. Aber ist es genug da.Der Tunfisch hat eine Konsistenz, die von einem anderen Stern ist. Sie bieten hier gleich drei verschiedene Qualitätsstufen an. Die Makrele scheint vom Himmel gefallen, oder vielmehr direkt aus dem Meer hier auf den Tisch geschwommen. Der Kaviar ist frisch und weich, fast buttrig. Es ist für uns  Alle ein Fest.

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Danach bringen uns die beiden Sakais noch zu einem Töpfer der uns von Higuchi Masayuki empfohlen wurde. Er lebt in den Bergen oberhalb von Toki, also dort wo wir gestern gestrandet sind. Am Ende eines sehr schmalen Wegs steht das kleine Haus des Töpfers, dessen Namen wir vergessen haben (der Zettel ist weg, aber die Mailadresse haben wir). Er lebt hier mit vier recht großen Katzen und seiner Frau. Die Einstiegskommunikation über Google läuft eigentlich ganz prima.

 

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Wir sind wie gehabt an Guinomis interessiert. Er bietet uns eine Auswahl an.

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Eine der Seto Guro Guinomis, die wir gekauft haben.

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Unser Auswahl die wir kaufen wollen. Beim Preis wird es plötzlich schwierig. Er weiß vom Higuchi Masayuki, der ihn gestern noch besucht hat, was wir dort gezahlt haben und orientiert sich an diesem Preis. Uns erscheint das zu hoch. Leider versagt der Google Translater gerade. Es wird ein wenig zäh und es kommt auch gerade keine Katze zur Ablenkung um die Ecke.


Dann gibt es doch noch einen kleinen Austausch via Translater. Noch immer ist es ein wenig frostig. Aber wir werden nicht kaufen unter den Bedingungen. Jiri erklärt unser Business, Wiederverkauf, Promotion, die Leute in Deutschland auf die Töpferkunst aufmerksam machen. Es hilft nichts. Dann zeigen wir ihm meine Website, auf der die Produkte zu sehen sein sollen. Er ist sichtlich beeindruckt von den Töpfern.

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Jetzt will er. Wir kaufen zu unseren Bedingungen. Und die sind wirklich nicht schlecht für ihn.

 

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Tag 8, 18.04.2018: SLOW DOWN IN KAKEGAWA

Heute ist Reisetag. Das Ziel ist Kakegawa in Shizuoka. Jetzt beginnt der Teeabschnitt unserer Reise. Da wir noch ein wenig Zeit haben und die Entfernung nicht so riesig ist, fahren wir eine Station weiter von Toki nach Tajimi. Uns schräg gegenüber sitzt er. Still und schweigsam in sich versunken wie ein Zenmönch. Während der ganzen Zugfahrt rät er seine Daumen wie ein Windrad umeinander kreisen. Die Augen immer fest geschlossen. In Tajimi angekommen steht er auf, die Augen weit offen und geht mit uns ganz normal hinaus.

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Am Ende der Straße mit den Galerien. Eine Fußgängerbrücke wie aus dem Nichts. Und vor allem wie ins Nichts führend. Es ist Mittwoch 12 Uhr Mittags. An der Ampel warten ein paar Autos. Bis hierhin hätte ich mit meinem Koffer auch zickzack über die Straße zwischen den beiden schönen grünen Streifen laufen können. Wer braucht also die Brücke fragen wir uns. Vielleicht ist dies eine Musterstraße für verkehrsberuhigtes Fahren. Wir werden es so schnell nicht erfahren. Aber die Brücke wirkt hier in der ruhigen Straße wirklich völlig deplatziert.

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Der Herr aus einem alten Antikladen mit wirklich guten Schalen und Chawans. Ich finde einen sensationell schönen alten schwarzen Chawan zu einem sehr sehr guten Preis und kaufe sofort. Jiri kauft sowieso, und ist auch irgendwie glücklich, das wir nicht nur elend teuere Stücke finden. Sehr schöner Laden hier in Tajimi. Das könnte der Abschluss unserer Einkaufstour gewesen sein, aber so genau weiß man das bei Jiri nicht. Und prompt findet er in einer kleinen Auslage in einem Laden ein paar Häuser weiter noch ein paar Schalen die er mitnimmt.

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Neben der Galerie, die wir gestern mit den Sakai besuchten ist ein bekanntes Nudelrestaurant in das wir gestern gehen wollten, das aber Dienstags Ruhetag hat. Heute ist Mittwoch. Ich schlage vor hinein zu gehen. Es ist kurz nach 12 Uhr. Es ist halbdüster. Das Restaurant ist gemütlich und modern eingerichtet. Wir sind total verblüfft. Mittwoch 12:20h. Alle Plätze sind besetzt. Uns wird eine Warteliste gereicht, in die wir uns eintragen. Scheint nicht schlecht zu sein. Wir werden Recht behalten.

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Kurz darauf stammelt eine junge Bedienung den Namen Mmmelssser. O.k. wir gehen grinsend an unseren Platz und bekommen Tatamiplätze. Allerdings sitzen wir in einer Grube, das heißt wir sitzen ganz normal mit den Füßen nach unten und oben sieht es aus, als würde man im Schneidersitz auf Tatamis sitzen. Toll, und gemütlich. Es gibt vier Gerichte, won denen das erste, das ich wähle aus ist. Wir nehmen beide ein Sobagericht. Es gibt nur Soba. Jiri hot, ich nehme cold. Dazu Reis mit Shrimps in Tempura. Haben wir vom Nachbartisch abgeschaut. Die Speisekarte ist auf natürlich japanisch.

Es kommt ein großartiges Sobaessen, eines ist eine große heiße Schale mit Buchweizennudeln für Jiri.
Ich bekomme das traditionellere kalte Essen mit kalten Nudeln und einem schmalen Töpfchen mit kalter Flüssigkeit, in die die Nudeln getaucht werden und mit lautem Schlürfen eingesogen werden, hervorragend. Das Schlürfen mit den kalten Soba macht in dem schmalen Topf richtig Spaß, auch weil so wenig hinausspritzt. Großer kühler und kräftiger Geschmack. Dazu sehr gut frittierte Tempora mit Shrimps auf Reis. Ich bin einfach glücklich. Jiri mit den warmen Soba auch.

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Kurzer Blick in die Nudelküche.

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Ein kleiner Nachtmarkt.

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Wir kommen am späten Nachmittag in Kakegawa an. Zur Abenddämmerung ein kleiner Spaziergang. Die kleine Gasse rechts wirkt wie ein Mininachtmarkt, wie wir ihn aus Taipeh kennen. Allerdings ist niemand da. Und innen sehen die Buden aus ein Campingcaravan in Holland.

 

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In einem Restaurant. An der Bar sitzen Handelsreisende beim einem Wasserglas mit Bourbon und Eis und essen ein paar Snacks. Der junge Koch bittet uns an einen Tisch in einem Tatamizimmer. Wir bestellen Bier und starren auf die Karte. Kein Bild. Keine Buchstaben. O.k. Der Koch, der auch der Barmann ist sprich kein Wort Englisch. Wir gehen an den Tresen, in der Hoffnung auf Speisen zeigen zu können. Nichts ist da. Wir gestikulieren. Der Koch geht auf die Straße und telefoniert, kommt rein, beschwichtigt, wir warten, trinken Bier. Dann beschließen wir zu gehen. Es kommt eine sehr hübsche Kellnerin und spricht uns mit klarem Englisch an. Dies ist kein Restaurant in dem man Englisch spricht. Bitte kommen sie herüber in mein Restaurant. Wir trinken aus, zahlen, gehen.

Im Nachbarrestaurant werden wir freundlich empfangen, von einer anderen Kellnerin. Wir sitzen auf Tatamis, bestellen zu trinken. Als wir bestellen wollen merken wir, das auch hier niemand Englisch spricht. Immerhin kommt die Kellnerin mit einem Google Translater. Ich tausche einige Höflichkeiten aus, doch wir bestellen nach Bildern. Was kommt hat nur bedingt mit dem zu tun, was wir uns vorgestellt haben. Aber es wird gegessen. Ein bisschen Fleisch, eine Kartoffel gebraten, danach ein Topf mit Reis und Salat und Kräutern. Mit Sojasauce wird es genießbar. Von weiteren Bestellungen, zu denen uns der Google Translater überzeugen will,  sehen wir ab. Man kann eben nicht zweimal am Tag Glück mit dem Essen haben.

Die schöne Kellnerin mit dem fließenden Englisch war wohl eher eine Luftspiegelung. Wir sehen sie einfach nicht mehr.

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Auf dem Weg ins Hotel. Ein Taxifahrer schläft. Der kleine Nachtmarkt leuchtet. Es ist hier sehr beschaulich. Alles wird viel langsamer hier in Kakegawa. Vom Hotel aus hören wir den Shinkanzen durch die Stadt zischen.

 

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TAG 9, 19.04.2018: YES WE LOVE CON AND BACH

Hey, es ist 0:43h. Wir hörten CAN & BACH und sprachen viel über Musik mit unserem Tee-Freund aus Kakegawa.

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Kakegawa, 7:00h:

Wir werden von H.san an unserem Hotel abgeholt und fahren zunächst einmal vor die Tore der Stadt Kakegawa. Mitten in den Teefeldern, in den Bergen von Kakegawa. Shincha 2018.

Das Grün der frühen Teeblätter ist eine wahre Freude. Es hat eine unbeschreibliche Intensität. Ich verstehe, warum man in Japan den frühen Tee so sehr verehrt. Es ist der Inbegriff von Wachstum und Frische. Es ist die Farbe, die den Winter vertreibt. Es ist ein Gefühl von Freiheit und Freude.

Im HIntergrund einige Silberplanen. Hier wird Schattentee angebaut.

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 Teefelder bei Kakegawa. Herrlich frisches und intensives Grün.

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Die Ernte hat begonnen. Ein Maschinenernter bei der Arbeit. Man erkennt den schon geernteten Teil des Felds und den noch nicht abgeernteten Teil.

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H.san im Gespräch mit Jiri. Die Ernte ist in diesem Jahr etwas früh. Das ist nicht ganz unproblematisch für die Qualität und für die Stabilität der Teepflanzen. Sie sind durch die vielen Sonnentage im März sehr schnell gewachsen, haben aber nicht genug Zeit gehabt genügend Nährstoffe aufzunehmen. H.san sagt, wir werden sehen wie es sich entwickelt. Ein bisschen Regen wäre nicht schlecht jetzt für die Pflanzen. Ab Montag soll es regnen.

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Die Ernte mit einem Handernter, der von zwei Personen wie eine große Sense über die Teereihe gezogen wird. Das kennen wir so aus Taiwan. Hier macht man das nur am Berghang, wo man mit dem Vollernter nicht ernten kann.

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Schnurgerade gezogene Felder. Der Ernter fährt einfach langsam geradeaus.

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Im Hintergrund die Berge. Bei gutem Wetter kann man dort die Silhouette des Fuji sehen. Überall stehen auf den Feldern Ventilatoren. Sie werden bei Frost eingeschaltet um die kalte Luft zu verteilen.

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Jiri verteilt Willkommensgeschenke. Hier freut sich Eriko Ota über einen mitgebrachten Essig aus Modena

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Hey, its me, mit Jacke unter dem Astronautenlook. Wir besichtigen die Teafactory von H.san. Vorher geht es durch eine Reinigungsschleuse.

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 Wir sehen heute zwei Stationen der Teeproduktion. Ich berichte in chronologischer Reihenfolge. Zunächst besuchen wir die Finishing-Linie. Hier wird aus dem Rohtee, den die Teefarmer produzieren der fertige Tee produziert. Das macht die Firma von H.san, unter anderem. Hier ist das Loch am Beginn der vollautomatischen Finishing-Straße, in das der Tee geschüttet wird. Die Straße ist gerade nicht in Betrieb.  Später sieht man ein Bild, wo Tee in die Finishing-Straße eingefüllt wird.

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 Das Aussortieren verschiedener Grade des Tees . Das Band bewegt sich auf auf und ab.

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Die elektrostatische Sortierung. Stalks, also kleine harte Zweige und Stiel werden so aussortiert. Es ist die präziseste Art der Sortierung. Einfachere Fertigungsstraßen sortieren über einen Luftstrahl.

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Eine von zwei riesigen Blendingtrommeln. In dieser Straßen können täglich viele Tonnen Tee gemischt werden. Das ist das Hauptgeschäft in Japan, die Produktion von Blends für die verschiedensten Kunden.

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Hier noch einmal das Einfüllen von Aracha, von Rohtee in die Finishingstraße.

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Die Matcha-Factory. Hier die drei Steinmühlen. Mit diesen Steinmühlen wird der Tee sehr langsam und schonend gemahlen. Alle unsere Matches sind selbstverständlich mit Steinmühlen gemahlen. Wichtig ist die langsame Geschwindigkeit des Mahlprozesses. Wir fragen noch einmal beim Taster nach. Auch er sagt, es ist wichtig für die hohe Qualität, das der Tee langsam und bei einer geringen Temperatur gemahlen wird. Nur so kann man einen tiefen und süßen Matcha produzieren. Eine höhere Geschwindigkeit macht den Tee kräftiger und den Geschmack bitterer. Pro Stunde werden hier 30-40g gemahlen.

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Maschinelles Mahlen von Matcha. Die Menge pro Stunde ist wesentlich höher. Dieser Tee wird eher für den Food-Sektor oder zum Mischen benutzt.

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Trotzdem, eine großartige Farbe. Frisch gemahlener Tee.

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Eine zweite Maschine für das Matchamahlen.

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Frisch gemahlener Matcha in einer Kiste.

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H.san zeigt uns das riesige Lager seiner Company.  Hier lagern Tonnen von Tee, bei kühlen Temperaturen.

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 Dieses Lager ist gerade frisch geräumt worden für die Tees aus der neuen Ernte. H.san kauft Rohtee aus vielen Teeanbaugebieten Japans ein.

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In diesem kleineren Lager werden die Hight-End-Tees gelagert, also unsere Wettbewerbs-Sencha und Gyokuro-Tees. H.san bibbert beim Ziehen der Toröffnungsleine. Die Temperatur beträgt Minus 40 Grad.
Und schon sind wir wieder draußen. Es ist unfaßbar kalt.

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Der Beginn unseres Teatastings, das den ganzen Nachmittag bis kurz vor Sechs dauern wird. Ich kann nicht von allen Tees sprechen und konzentriere mich auf einige wenige Tees mit denen wir uns beschäftigt haben.

Hier ein frischer Temomi, ein handgerollter Tee. Er hat eine leichte gelbe Einfärbung an den Enden. Das kommt von einem nicht ganz perfekten Rollen meint H.san.
 

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Hier in der Firma nimmt man für ein Tasting 4 Gramm. Später nehmen sie manchmal 5 Gramm. Sie benutzten 1 Yen Münzen. Wenigstens dafür kann man diese Münzen gebrauchen. Ich werde ein paar mit nach Deutschland nehmen.

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 H.san und Jiri bei der traditionellen Verkostungsmethode. Die Tees schwimmen frei in der Tasse und werden mit einem Sieb am Stiehl herausgehoben und begutachtet nach Farbe und Duft. Dann nimmt man nach der Ziehzeit von 2 oder drei Minuten (je nach Menge) die Blätter mit dem Sieb heraus und testet die Qualität der Infusion in der Tasse. Hier das Tasting von Temomi.

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Die wunderschön neongrüne Farbe der Temomi und die herrlich geformten Blätter. Wie kleine Fische.

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Unten der Temomi als Aracha. Oben der ganz frisch gefinishte Temomi. Links daneben die beiden Schalen.
Wir verkosten, erkennen Unterschiede. H.san hat zuvor lange mit dem jungen Teamaster diskutiert, wie man diesen Temomi verarbeiten kann. Hier das gute Ergebnis. Ein intensiv grünes, leicht fruchtiges Flavor, wenig Bitterstoffe, ein reiner und klarer Aufguss. Ein sehr guter Tee. Aber vielleicht nicht der allerbeste Temomi.

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Es kommen im Minutentakt Teesamples vornehmlich aus dem Süden, aus Kyushu. Hier probiere ich eine Reihe der frischen Samples. Dann probieren wir einen sensationellen frischen Tee 2018. Der K ultivar ist Sofu, ein recht seltener, aber sensationell schmeckender Kultivar. Frisch, reich, tief, flirrend, neongrün. Wir kaufen.Auch dieser Tee ist in zwei Wochen in Köln. Ich freue mich.

Einige Probierrunden später, Wettbewerbstees Wir entscheiden uns für den zweiten Tee von links, ein Yabukitakultivar. Voll, satt, strahlend, eine sehr gute Balance zweien Bitterkeit und Süße.
Wir kaufen den dritten Tee heute. Die Qualität dieser Tees ist groß.

 

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Ein kurzer Ausflug in eine nahe gelegene Aracha Fabrik. Hier wird aus den frisch gepflückten Blättern der Abacha, also der Rohtee produziert, der in der Firma von H.san weiter verarbeitet wird. Das gesamte junge Team von H.san kommt mit. Die jungen Frau und der einzige Mann kommen aus Frankreichs, Sri Lanka, und der Türkei. Sie sehen aus zum ersten Mal die Produktion von Aracha. Wir kenn das schon, gehen aber gerne mit.

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Die frischen Blätter werden auf das Laufband geschüttet.

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Das Bedampfen der Blätter mit heißem Dampf. Hier wird ein möglicher Fermentationsprozeß unterbrochen.
(Es ist mir bislang selten gelungen, das Streaming scharf zu fotografieren, sorry)

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Die Blätter werden in einer Rotationsmaschine gewendet und verlieren so an Feuchtigkeit.

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Der Ofen für das Erhitzen des Tees.

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Ein weiterer Wende-oder Rollprozeß.

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Finales Sortieren.

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Diese Maschine steht ganz am Anfang der Fabrik, wird uns aber erst am Schluß gezeigt. Hier wird die Qualität des Blattguts sensorisch erfaßt, Größe, Stabilität und Feuchtigkeitsgehalt. So wird per Sensorien und per Rechnerprogramm der Preis für das gelieferte Blattgut fest gelegt. Das habe ich so noch nie gesehen, wow.

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Zurück in der Firma probieren wir zwei Sorten von Aracha.

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Links der Testaufguß. Rechts hat uns der Teemaster einen Coldbrewaufguss gemacht. Die Süße dieses Tees ist unbeschreiblich. Dichtes und feinstes Umami, weich, zart, Blütennoten. Einfach unfassbar.
Am Ende des Tages haben wir mehrere Arachas probiert, kaufen aber diesen. Er wird ein paar Tage nach unserer Reise in Köln sein. Viel Vergnügen!

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Kurz vor Ende des Arbeitstages, der junge Teamaster ist schon gegangen, kommt der Manager und der Taster der Teafarm, die wir besuchten mit dem Sample der Tagesernte. Es probiert der Chairman, also der Direkt or der Firma. Ich bin verblüfft, erfahre aber beim Abendessen mit H.san, das der Direktor als einer der arriviertesten Teekenner Japans gilt und hier in Shizuoka immer wieder um Expertisen und seine Meinung gebeten wird. Er probiert eben gerne, mein H.san.

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Der Taster der Farm schaut sehr kritisch, fast ein bisschen ängstlich. Ws wird ruhig uns seriös probiert. Dann fangen beide an zu scherzen und zu lachen. Der Tee ist gut. Aber der Direktor zeit anhand eines Teeblatts, das er draußen vom Strauch pflückt, das er gerne mehr obere  Blattspitzen hätte und weniger Stiel. Ansonsten wird der Tee gekauft. Die Atmosphäre ist herzlich, freundlich. Der Arbeitstag ist zu Ende.

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Plötzlich kommt ein Mitarbeiter mit einem Tablett mit alten Einzelstücken von bekannten Töpfern. Es sind Kyusus. Wir sollen uns jeder eine Kyushu aussuchen. Wir zögern, sind verblüfft, aber sehr schnell in der Auswahl. Jiri nimmt eine fein verziehrte zarte Kyushu, mattschwarz. Ich wähle sofort und ohne zu zögern eine mattschwarze wuchtigere Kanne mit leichten dunkelroten Strichen. Der Direktor ist verblüfft über unsere schnelle Auswahl. H.san erklärt ihm, das wir uns mit Keramik ein wenig auskennen und schon seit 10 Tagen unterwegs sind und verschiedenste bekannte Töpfer getroffen habe in Kyoto, Toki undTajimi.
Der Direktor nickt und versteht. Er lacht und erklärt us , von welchem Künstler die Kannen stammen.
H.san und der Direktor packen die Kannen persönlich ein. Hey, jetzt könnte wieder der Satz mit -Deutschland und humble- kommen, Sie wissen schon. (Auf dem Tablett die Kannen, die wir nicht gewählt haben, auch sehr schön).

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Finales Tasting kurz vor Sechs, Jiri und Erika Ota.

 

Beim Abendessen, wir sind in einem Spezíalgeschäft für Tunfisch, kommen wir auf das Thema Musik, weil ich H.san auf dem Weg erzählt habe, das ich Gitarre spiele und Rockmusik schreibe und spiele.
Wir haben alle Drei ein Thema gefunden. Der Fisch ist Weltklasse. Als H.san von seiner Lieblingsband CAN spricht und ich sage, das ich mit Holger (Czukay, Gründer und Kopf von CAN, letztes Jahr leider gestorben), rastet er völlig aus. Holger war früher oft bei mir im Geschäft und wir haben viel über Musik geredet. Jiri, H.san und ich haben viele gemeinsame große Helden. Ich rede über meine Leidenschaft zu Bach, die er auch teilt, über die filme von Azu und Tarkowski, Kendrick Lamar (be humble!) und und und. Sake fließt über den Becherrand, wir sind einfach glücklich miteinander.

 

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Tag 10, 20.04.2018

WIR BESUCHEN MEISTER TOHEI IN OKABE UND MEISTER OTA IN TENRYU

Heute besuchen wir zwei wirkliche Großmeister des Tees, Meister Tohei in Okabe. Er ist für grandiose Gyokuros bekannt, und Meister Ota in Tenryu. Von Meister Ota haben wir im Moment einen sensationellen Gyokuro im Sortiment. Ansonsten ist er mehr für seinen Wettbewerbssieger im Segment Sencha bekannt. Das Wetter ist  gut, es ist warm, selbst hier in den Bergen.

Dieses Feld, es ist das Feld von Teemeister Tohei, Maejima, ist mit traditionellen Reisstrohmatten bedeckt. Es ist das einzige dieser Art, das wir hier sehen.

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Hier wächst beschatteter Tee, Gyokuro. Die Gegend um Okabe ist für große Gyokyuroqualitäten bekannt.
Unter den schwarzen Planen wachsen die Teepflanzen mit deutlich weniger Sonneneinstrahlung auf. Die Photosynthese wird verstärkt aufgrund des Lichtmangels. Es werden weniger Tannine im Blatt gebildet. Der Tee wird deutlich süßlicher schmecken.

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Und dann ist er plötzlich, nach einem kurzen Telefonat von H.san da. Der Meister selbst. Sofort fängt er an zu erklären. Diese Reisstrohmatten haben er persönlich angefertigt. Das Reisstroh bekommt man so nicht zu kaufen. So hat der Reisfelder gekauft, nur um an das Stroh zu bekommen. Er kann diese Matten ungefähr vier oder fünf Jahre benutzten, dann muss er neue Matten flechten. Die Reisstrohmatten scheinen ihm sehr wichtig zu sein. Sein Redestrom reißt nicht ab.

 

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 Jetzt merke ich warum. Links ist sein Feld mit Reisstrohmatten, rechts ein Feld mit schwarzen Planen. Das rechte Feld ist deutlich dunkler beschattet. Tohei meint, die Pflanzen haben so mehr Streß als unter den traditionellen Reisstrohmatten. Wichtig aber ist, das Klima, die Kühle und die Feuchtigkeit ist sehr viel angenehmer unter dem natürlichen Material. Jiri vergleicht dies mit einem Pullover aus Baumwolle oder aus Polyester.

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Blick auf das Dorf durch Stroh.

 

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Maejima Tohei erklärt uns seine Gyokurophilosophie. Er zeigt uns die unteren Blätter. Er nennt sie Elternblätter. Die müssen kraftvoll und stabil sein. Also brauchen sie Düngung, künstliche Düngung. Diese Blätter sind die Basis für die feinen oberen Blätter, die Kinder, wie er sie nennt.

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Sobald die obere Blätter wachsen, stellt Meister Tohei die künstliche Düngung ein. Die oberen Blätter bleiben sauber. So hat er einen saubern Tee. Der Geschmack ist stark und hat großes Umami. So kann Gyokuro auch gehen.

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O.k. ein Foto mit Meister. Konnte ich mir nicht verkneifen. Gott sei Dank schaut er wenigstens in die Kamera. Es waren immerhin zwei. Oder waren es drei, wenn ich mich und Jiri anschaue?

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Der Blick ins Tal, Tee, Tee, Schattentee und Sencha.

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Wie unwiderstehlich ist denn das? Reinstes Chlorophyll unter der Frühjahrssonne.

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Maejima Tohei ist mit besten Marketingideen ausgestattet. Seine Philosophie spricht glaube ich für sich.

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Hier einige seiner Awards. Er ist schon ein großer Star unter den Teebauern. H.san meint, es ist sehr schwer Tee von ihm zu kaufen. Aber er versucht es natürlich. Auch heute.

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Nach einer Stunde Autofahrt und einigen U-turns, weil wir uns verfahren haben sind wir in den Bergen oberhalb des Tenryu-Flusses. (Ten=Himmel, ryu=Drache). Die Teeplantage von Herrn Ota mit den wunderbar fliegenden Fischen. Ein wunderschönes Stück Erde in den Bergen.

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Wir fahren noch einige Minuten in den Berg hinein. Dann zeigt uns Meister Ota-san sein erstes Feld. Es ist nur heute beschattet, weil die Sonne zu stark scheint. Es ist ein Senchafeld mit Yabukitapflanzen

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Ein Blick auf den wundervoll gemulchten Boden dieses Teefelds.

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Ota-san mit H.san. Sie schauen sich die kraftvollen Yabukitapflanzen an.

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 In der Nahaufnahme sieht man sogar, wie kraftvoll und dick die unteren Blätter der Pflanze sind. Sie erinnern fast ein wenig an Taiwankultivare.

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Ota zeigt den kraftvollen Stengel der Pflanze. Die Kultivare im ersten Feld sind acht Jahre alt.

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Im Grunde hat Herr Ota heute ein dichtes Programm. Aber mit zunehmender Zeit im Teefeld wird er gesprächiger und beginnt zu lächeln.

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Er ist sichtlich Stolz auf seine kraftstrotzenden Teepflanzen. Wir sind schon im zweitenTeefeld, das ebenfalls wegen der starken Sonneneinstrahlung heute beschattet ist. Es ist ein Senchafeld, ebenfalls mit Yabukitapflanzen. Die Pflanzen sind hier vier Jahre alt. Ota-san zeigt den Abstand wie gepflückt werden soll. Es werden nur die oberen Triebe gepflückt.

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Dieses Teefeld mit Yabukitapflanzen wird morgen geerntet werden. Es ist das Feld, dessen Tee Meister Ota zum diesjährigen National Tea Contest einreichen wird. Ich muss für den Wettbewerb die jüngeren Pflanzen nehmen, also die vierjährigen Pflanzen. Das ganze Feld sieht großartig aus. Wir haben Glück es heute noch einmal zu sehen.Morgen ist der große Erntetag. Für einen Besuch hätte man dann überhaupt keine Zeit.

Ota-san erzählt  H.san, das dieses Feld morgen von 60 Farmern per Hand geerntet wird. Alle Nachbarn helfen mit. Es ist hier in Tenryu ein großer Tag und viele wollen helfen, wenn der Star des Senchatees seinen Competitiontee produziert. Aus diesem Feld werden sie einen Ertrag von ca. 75 kg an reinen frisch gepflückten Teeblättern haben. Wenn der Tee in der kleinen Teefabrik verarbeitet ist bleiben 15 kg reiner Tee übrig. Das ist die Wettbewerbsausbeute. H.san führt schon auf dem Teefeld erste Verhandlungen. Vorab ist allerdings nichts zu machen. Wir bleiben entspannt. Die beiden haben ein sehr gutes Verhältnis. Aber die Atmosphäre ist zwar ein wenig angespannt, ein Tag vor dem wichtigen Produktionstag.

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Das Belegfoto mit Ota-san. Im Hintergrund die herrlichen Berge am Tenryu-Fluß.

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Die kleine Factory, in der der Wettbewerbstee produziert wird, morgen. Der Steamer.

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 Die Rollmaschine. Sie arbeitet eine Stunde.


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Hier wird gerade noch eine kleine Menge Tee gerollt und die Reste von den Scheiben gekratzt. Jedes Blatt ist wichtig.

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 Maschinen für die Formgebung des Senchas. (sie laufen gerade nicht)

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Der Erhitzer (heater).

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Abschied von der Teefarm von Meister Ota. Die Karpfenfahnen wehen. Hier wird morgen wundervoller Tee produziert.

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Zwei Mitarbeiterinnen von H.san haben uns gestern beim Teatasting und heute auf  die Farmen begleitet. Cindy stammt aus dem Alpen von Frankreich, die rechte Damen ist Türkin, aber in Frankreich aufgewachsen. Sie haben heute tüchtig für uns ins Englische übersetzt, vielen herzlichen Dank.

Zur Belohnung gibt es ein Matchaeis vom Chef.

 

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Tag 11, 21.04.2018: OCEAN OF GREEN TEA

Zu Gast bei unseren Produzenten in Shizuoka. Hier kommen unsere klassischen Senchatees her, RIKYU, DEEP DEEP GREEN, RIKYU MASTER´S, YUTAKAMIDORI und die beiden Shinchas, SAEMIDORI und YABUKITA.

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Ein kleiner Begrüßungstee, morgens um 9:30h mit Kohei und dem Chairman der Company. Wir trinken den ersten Tee des Jahres. Wundervolle Kraft, Shizuoka eben.

Unsere Firma läßt Tees produzieren und kauft Tee aus ganz Japan ein. Das Finishing findet dann hier in der Factory statt.

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 Sortierung.

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Wir probieren an diesem Morgen mit Kohei: Yutakamidori, zweimal, Samidori und Yabukita. Wir ordern Yutakamidori für das nächste Jahr.

P1090994Es ist Samstag, es ist Erntetag. In den Feldern herrscht seit einigen Tagen geschäftiges Treiben. Die Teebörse hat seit zwei Tagen geöffnet.

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Aufstehen um 3:15h, Tee-Tasting der frisch angekommenen Shinchamuster, danach nach Kyoto, dann nach Osaka, dann Flug nach Taipeh und dann 13h Flug nach Frankfurt. Ich möchte das Wort Urlaub im Zusammenhang meiner Reise bitte nicht mehr hören!

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Ernte mit dem Hand-Ernter. Es ist mehr oder weniger eine gebogene automatische Heckenschere für Zwei, mit einem Sack dran. Wir kennen das aus Taiwan. Dort ist diese Art zu ernten sehr gebräuchlich. Hier fährt man eher mit dem Voll-Ernter durch die schnurgeraden Reihen.

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Higashi-Yama heißt dieses Teegebiet um Kakegawa. Wir finden nur sehr vereinzelt Felder, die beschattet sind. Shizuoka-Land ist Sencha-Land.

P1100030Auf dem Berg das O CHA Schriftzeichen aus Bäumen.Es ist das japanische Zeichen für Tee.

P1100037 Wir machen ein Posing für Kohei-san und sein Marketing.

P1100044Ocean Of Green Tea I

P1100050 Ocean Of Green Tea II

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 Ocean Of Green Tea III

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 Go Shizuoka, go.

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Es wirkt wie derselbe Ausblick. Das neu eingerichtete Teemuseum mit japanischem Garten. Es ist didaktisch sehr gut aufgebaut. Allerdings durfte man indoor nicht fotografieren.

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Die Stadt Kakegawa, 150.000 Einwohner, von unserem Lunchrestaurant. Es gab Aal, Tempora, kalte Soba, köstlich.

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Ocean Of Green Ice I

 Matchaeis der Kategorie 7, höchste Matchagehaltstufe. Es ist absolut delikat, überhaupt nicht süß, ausgewogen und tief im Geschmack.

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Besuch in einer Aracha-Fabrik. Es ist jetzt die dritte Arachafabrik, die wir sehen. Sie ist mittelgroß und wird von einem Zusammenschluss von acht Farmern betrieben. Hier arbeitet man in den nächsten Tagen rund um die Uhr, ohne Schlaf.

Die frisch gepflückten Teeblätter kommen in Säcken an und werden auf das Laufband geschüttet.

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Die acht verschiedenen Farmer notieren hier ihre Tagesproduktion.

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Steaming.

 

Drying mit Rotation.

P1100103Tranport.

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Trocknen mit Metallhacken in der Trommel.

P1100111Rollen mit Druck.

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Elektrostatische Aussortierung von Stalks und Dust.

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 Die Sortierung, alles kommt in getrennte Säcke, Dust, Talks, Kukicha, Sencha.

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Das Shaping, das Längsstrecken der Blätter.

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Der finale Erhitzer.

 

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 Tag 12, 21.04.2018: TEATASTE AND SUNRISE

Es ist 3:10h am frühen Morgen. Oder sollte ich besser sagen, mitten in der Nacht? Unsere beiden Handys klingeln nahezu gleichzeitig. Eigentlich ist heute Reisetag, zurück nach Kyoto, dann zurück nach Osaka-Kansei, Flug nach Taipeh, für Jiri noch zwei Tage Taipeh, für mich geht es direkt nach Frankfurt.

Aber, die Teebörse hat seit zwei Tagen geöffnet. Kohei hat uns eingeladen heute früh mit zu probieren. Er holt uns um 3:29h ab. (s. Foto Armaturenbrett Toyota)

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 In der Company ist das erste Teatasting schon vorbereitet. Es werden die frisch produzierten Arachas probiert. Einige Muster liegen schon vor. Andere werden während des gesamten Tastings gebracht. Die Teebörse öffnet um sechs. Probiert wird, wie hier üblich, direkt aus den Schalen.

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Die ersten Muster von heute morgen.
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Der President der Company ist in Kyushu unterwegs um dort Tee einzukaufen. So ist Nagata-san der erste in der Firma, der probiert. Der Probiervorgang folgt einer strikten Hierarchie. Zuerst der President, dann sein Stellvertreter, gefolgt vom Factoryleiter, dann kommen die anderen. Die Atmosphäre ist ruhig, eher still und konzentriert. Man spricht, wenn man spricht, eher leise.

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Der Factoryleiter beim lautstarken Schlürfen des Tees. Das ist aber auch das einzig laute Geräusch heute morgen in der Firma.

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Hier die Reihenfolge, Nagata-san, Factoryleiter. Man probiert konzentriert, ruhig, schnell.

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Ein neues Setup. In den Dosen befinden sich die Muster. Der Tee wird in die schwarzen Schalen geschüttet. So kann man die Konsistenz des Tees mit der Hand prüfen. Mit Erfahrung spürt man den unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehalt.

Der Feuchtigkeitsgehalt des Aracha ist ungefähr 6 %. Der gefinishte Tee hat ca. 4 % Feuchtigkeit. Es ist wichtig die Feuchtigkeit des jeweiligen Aracha gut einzuschätzen. Danach richtet sich das finale Erhitzen.

P1100276Probiert wird mit abgewogenen 4g bei 3 Minuten Ziehzeit und kochendem Wasser.

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Der Factoryleiter macht sich einige Notizen über die Qualität, Feuchtigkeit, das Klima bei der Ernte. Nagata-san behält alles im Kopf.

P1100287Hiermischt Nagata-san einen möglichen Blend aus drei Aracha-Tees. Er variiert diesen Blend später noch einmal. Der Blend wird jetzt in Kyusus aufgebrüht. Der Aufguss ist wesentlich leichter und transparenter. Den Vorschlag dazu macht der erste Taster.

Es ist fünf Uhr früher Morgen Die meisten Tees sind durchprobiert. Immer wieder wurden von Fahrern neue Muster von den benachbarten Factorys hereingebracht. Die probierten Muster um sechs Uhr. Doch die Arbeit geht weiter. Die Börse öffnet jetzt. Jiri und ich denken, wir fahren jetzt wohin, wo Gebote gemacht werden, jemand mit dem Holzhammer auf den Tisch haut, also ein Ort, wie man sich eine Börse eben vorzustellen hat.

Im Auto und auf der Fahrt zum Sunrise erklärt uns Kohei, wie das Geschäft läuft. Wichtig sind die frühmorgendlichen Tastings. Hier wird in den alt eingessenenen Firmen entschieden, welcher Tee gekauft wird. Es sind Firmen die seit über hundert Jahren miteinander arbeiten. Es ist ein Geflecht von Vertrauen und Loyalität. Niemand sonst bekommt hier Tees, meint Kohei. Wenn du neu bist und von außerhalb, kannst du nur bei uns kaufen, niemals bei den Farmern. Und das ist in Kyushu, Uji, Fukuoka etc. ebenso. Es wird also an diesem Morgen schnell entschieden, welche Tees gebraucht werden für das Geschäft. Die Tees, die nicht so verkauft werden landen auf dem öffentlich zugänglichen Teemarkt. Der ist allerdings für die traditionell gut vernetzten Firmen völlig uninteressant.

Wir wissen jetzt Bescheid und fahren Richtung Sonnenaufgang.

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 Teefeld im Morgennebel I.

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Teefeld im Morgennebel II

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Asatsuyu, Morgentau.

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Sunrise I

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Sunrise II

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Sunrise III

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Sunrise IV

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Chairman, Jiri, Helmut, Factoryleiter, Nagata.

Abschied aus Kakegawa. Wir haben hier wunderbare Menschen getroffen, die sich herzlich und überaus freundlich um uns gekümmert haben. Vielen Dank!

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 Jiri und ich sind gleich noch bei der Ehefrau des älteren Chairman zur Teezeremonie eingeladen. Sie ist ausgebildete Teemeisterin der Urasenke-Schule. Ich werde von Köln aus davon berichten und verabschiede mich aus  Shizuoka.

 

 

Kakegawa am letzten Reisetag, nach dem Teatasting vor der Teebörse. Wir sind bei der Frau des Elder Chairman zur Teezeremonie eingeladen. Wir haben uns Koi-Cha gewünscht, einen „dicken“ Tee. Sie war zunächst erstaunt über unseren Wunsch. Wir erklärten, das wir beide jeden Tag Matcha trinken mit unseren jeweiligen Mitarbeitern. Sie war wieder erstaunt, aber eher erfreut, das die Kunst des Mancha-Trinkens bei uns in Europa so populär ist. Ich erzähle nichts von dem ganzen Chi Chi um Matcha Latte, Matcha mit laktosefreier Milch, Matcha mit Mango etc.

 

Hier der erste Gang der Teezeremonie, KOI-CHA, dicker Tee. Ich beschreibe nur die Grundstationen ohne differenzierte Betrachtung. Das ständige Fotographieren hätte mich um die Freude der Aufmerksamkeit während der Chanoyu gebracht.

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Zunächst wird eine Süßigkeit gereicht.

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Die Teeutensilien, Schale (Chawan), Besen (Chasen) und Tuch.

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 Das sorgfältige symbolische Säubern der einzelnen Teegeräte.

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Das aufmerksame und kunstvolle Falten des Tuchs

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Es wird eine große Menge Matcha in die dickwandige große Schale gefüllt.

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Das ruhige Einfüllen von Wasser mit der Schöpfkelle (cha shaku).

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Das Schlagen des KOI-CHA. Es ist ein langsames, ruhiges Rühren, wie ein leichter Sommerwind in den Bäumen klingt der Besen.

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Kohei beim Trinken des KOI-CHA. Er hat noch nie so dicken und dichten Tee getrunken und ist sichtlich überrascht, nein, überwältigt.

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Mutter und Tochter nach der Zeremonie. Sie haben uns natürlich einige Hilfestellungen gegeben, wie man sich in der Zeremonie verhält, Verbeugungen, Höfliche Formulierungen, das Drehen der Schale im Uhrzeigersinn und wieder zurück.

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Einige Schalen aus Ihrer Sammlung. Die großen schwarzen Rakuschalen habe ich sicherheitshalber nicht fotografiert. Sensationell vom Anfassen und vom Ansehen her.

Wir sind gestärkt für die Reise nach Deutschland und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen. Verabredet ist ein Kurs Chanoyu im Herbst in Freiburg. Wir werden sehen und freuen uns jetzt schon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PS: mein Korrekturprogramm hat aus den japanischen Fachbegriffen in den letzten Tage einige skurile Wörter produziert, die ich natürlich alle wieder vergessen habe.

 

Heute schrieb es: der Feuchtigkeitsgehalt des Archäologen beträgt 6 %. Gemeint war der Aracha. Der kam im nächsten Satz vor, und zwar als Aracha, nicht als Archäologe. Wirklich seltsam.

 

Kakegawa am letzten Reisetag, nach dem Teatasting vor der Teebörse. Wir sind bei der Frau des Elder Chairman zur Teezeremonie eingeladen. Wir haben uns Koi-Cha gewünscht, einen „dicken“ Tee.
Sie war zunächst erstaunt über unseren Wunsch. Wir erklärten, das wir beide jeden Tag Matcha trinken mit unseren jeweiligen Mitarbeitern. Sie war wieder erstaunt, aber eher erfreut, das die Kunst des Mancha-Trinkens bei uns in Europa so populär ist. Ich erzähle nichts von dem ganzen Hokus Pokus um Matcha Latte, Matcha mit laktosefreier Milch, Matcha mit Mango etc.

 

Hier der erste Gang der Teezeremonie, KOI-CHA, dicker Tee. Ich beschreibe nur die Grundstationen ohne differenzierte Betrachtung. Das ständige Fotographieren hätte mich um die Freude der Aufmerksamkeit während der Chanoyu gebracht.

Zunächst wird eine Süßigkeit gereicht.

 

 

 

Die Teeutensilien, Schale (Chawan), Besen (Chasen) und Tuch.

 

 

 

Das sorgfältige symbolische Säubern der einzelnen Teegeräte.

 

 

 

Das aufmerksame und kunstvolle Falten des Tuchs

 

 

 

 

 

Es wird eine große Menge Matcha in die dickwandige große Schale gefüllt.

 

 

 

 

 

Das ruhige Einfüllen von Wasser.

 

 

 

 

 

Das Schlagen des KOI-CHA. Es ist ein langsames, ruhiges Rühren, wie ein leichter Sommerwind in den Bäumen klingt der Besen.

 

 

 

 

 

Kohei beim Trinken des KOI-CHA. Er hat noch nie so dicken und dichten Tee getrunken und ist sichtlich überrascht, nein, überwältigt.

 

 

 

 

 

Mutter und Tochter nach der Zeremonie. Sie haben uns natürlich einige Hilfestellungen gegeben, wie man sich in der Zeremonie verhält, Verbeugungen, Höfliche Formulierungen, das Drehen der Schale im Uhrzeigersinn und wieder zurück.

 

 

 

 

 

Einige Schalen aus Ihrer Sammlung. Die großen schwarzen Rakuschalen habe ich sicherheitshalber nicht fotografiert. Sensationell vom Anfassen und vom Ansehen her.

Wir sind gestärkt für die Reise nach Deutschland und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen. Verabredet ist ein Kurs Chanoyu im Herbst in Freiburg. Wir werden sehen und freuen uns jetzt schon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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