2018 Competition Shincha von Meister Ota

Am frühen Nachmittag verlassen wir das Haus von Teemeister Tohei in Okabe und fahren bei strahlender Sonne und unter tiefblauem Himmel hinauf in die Tenryu-Berge. Dort lebt und arbeitet ein weiterer Star der Shizuoka Teeszene, Teemeister Ota.

Links und rechts des Tenryu-Tals stehen gedrungene Häuschen mit kleinen Gärten für Reis- und Gemüseanbau. „Ten“ heißt Himmel und „Ryu“ Drachen: Himmelsdrache. Der Fluss macht seinem Namen alle Ehre: Breit, reißend und schlammfarben wälzt er sich ins Tal. Die Felder von Teemeister Ota liegen links des Flusses in schon beträchtlicher Höhe.

Nachdem wir uns in dem beengten Gelände zunächst verfahren haben, steht plötzlich ein Mann in knallgelbem Poloshirt und weißem Handtuch um den Kopf mitten auf der Straße und winkt uns. Der berühmte Teemeister Ota persönlich weist uns in die Einfahrt zu seinem kleinen Hof inmitten der Teefelder ein. Über den steilen Feldern wehen lange Karpfenfahnen in rot, blau, grün und gelb. Doch Meister Ota lässt uns keine Zeit, das Idyll zu genießen. Schnell werden die Geschenke übergeben. „Was ist das?“, sagt Ota-san fast mürrisch. „Cognac, so ähnlich wie Whisky“. „Gut, kann ich brauchen.“, sagt er knapp und stellt die Flasche beiseite.

Wir fahren zu einem höher gelegenen Teefeld mit Yabukitapflanzen. Ota zeigt uns mit Stolz die kraftvollen, acht Jahre alten Kultivare. Wunderschöne, gesunde Teepflanzen mit kräftigem Stängel und leuchtend grünen Blättern. Der Boden ist gut gemulcht. Meister Ota arbeitet aus Überzeugung mit organischem Anbau, nicht wegen einer Zertifizierung, sondern weil er einfach den besten Sencha Japans machen will. Tatsächlich gewinnt er Jahr für Jahr bei den National Tea Contests in Tokio die höchsten Preise. Auf einem zweiten Feld, das noch etwas höher liegt, sind die Pflanzen heute beschattet wegen der kräftigen Sonne.

„Morgen werden wir hier von den vierjährigen Pflanzen den Wettbewerbstee 2018 ernten“, erklärt Ota-san. Mit Daumen und Zeigefinger zeigt er den Abstand, mit dem die Blätter gepflückt werden. Hier in den Bergen wird der Tee noch per Hand geerntet, zumindest der Wettbewerbstee. Sechzig Farmer aus der Gegend werden bei der Ernte helfen. Der Ertrag von etwa 75 kg Blättern wird zu etwa 15 kg Tee verarbeitet, zum Meister Ota Tenryu Competition Shincha 2018.

Zurück bei der Farm verabschiedet sich Ota-san schnell von uns. Er muss noch die Pflücker für morgen organisieren. Streng und entschlossen stapft er los Richtung Dorf, ein Tee-Samurai. „Dem möchte ich nicht im Krieg begegnen“, scherzt Jiri Melzer. „Nee“, sage ich, „der pflückt seinen Tee morgen wahrscheinlich mit dem Messer zwischen den Zähnen.“

Wir haben exklusiv für Sie zwei frische Wettbewerbs-Shinchas für Sie von Meister Ota eingekauft.

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