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3 x Weltklasse vom Dong-Ding-Berg

25.06.2017 10:26 von Helmut Volkmann

„Was schenken wir Jinsong für seine Arbeit und seine Mühe?“ Das war Menglin Chous schwierigste Frage vor unserer Reise nach Yunnan in die Pu-Erh-Berge. Er möchte kein Geld von uns. Was können wir einem Teemenschen, einem Geschmacksfanatiker, der so gut wie nie Alkohol trinkt, schenken? Am besten wir fragen. Jinsongs Anwort: „Vielleicht einen gelagerten Oolong vom Dong-Ding-Berg, aber die gibt es sowieso nicht mehr.“

 

Da hatte er sich zum Glück getäuscht. Einige Wochen später meldet sich Menglin und teilt ganz aufgeregt mit, ihr Meister habe einen wirklich alten und gut gelagerten Oolong vom Dong-Ding-Berg gefunden. Es ist Quin Xin aus dem Jahr 1960. Ein Tee aus dem Jahr, als die Beatles noch The Silver Beatles hießen, Stücke von Buddy Holly nachspielten, und noch zwei Jahre bis zu ihrem ersten Hit Love me do brauchten. Ich war begeistert. Was für ein tolles Geschenk für einen Tee-Aficionado!

 

Geeignete Geschenke auszuwählen, ist zentral bei der Vorbereitung einer Reise nach Asien. In der Auswahl, in der Wertigkeit und in der Balance von Schenken und Beschenktwerden drücken wir den Respekt gegenüber dem Anderen aus. Für uns Nichtasiaten ein hochproblematischer Akt, an dem wir häufig scheitern. Aber wir sind geduldig und lernen. Dieser Dong Ding erwies sich als großartiges Geschenk für Jinsong. Die Reise in die Berge von Bulang und Yiwu, die er uns ermöglicht hat, war ein großer Erfolg und ein reiches Geschenk an uns.

Und meine anderen Geschenke kamen ebenfalls gut an: die Kakiemon-Tasse für Menglin, große Porzellankunst aus Imari, sowie Whiskey und Zigaretten für die Bauern in den Bergen.

 

Mit einigem Geschick und ein wenig Hartnäckigkeit habe ich eine kleine Menge des Vintage Dong Ding von Menglin und Atong Chen kaufen können: 1960 Dong Ding Salty Plum. Der Tee ist weich wie rubinrotes Öl, balsamisch auf der Zunge, dunkelrote Blüten und Karamell. Seine elegante Säure und das Mineralische erinnern an die in Taiwan typischen in Salz eingelegten Pflaumen.

 

Wir kauften zwei weitere Vintage Oolongs:

2005 Dong Ding Gui Fei, der Duft von dunklem Holz, tropischen Früchten, Mango, reifen Pflaumen – ein großer gelagerter Zikaden-Oolong vom Dong-Ding-Berg; und 2011 Dong Ding Dark Blossom, feine Säure, Kastanienduft, dunkle Blüten und Feuerstein.

Watanabe Kabuse Shincha 2017

24.05.2017 15:43 von Helmut Volkmann

 

Der erste frische Japantee des Jahres. Ich lasse die tiefgrünen und extrem feinen Blätter in meine offene Handfläche rieseln, gebe sie schwungvoll in eine offene schwarze Kyusu und gieße kaltes Spa-Wasser dazu. Nach einigen Momenten schütte ich einen Schuss richtig heißes Wasser dazu und gieße dann sofort ab. Der Duft aus der Schale ist von einer überwältigenden Frische. Diese Aufbrühmethode habe ich von Katsuya Matsumoto gelernt, dem Tea Maker von Sakura No. Sein Shincha Moe 2017 ist in meiner Schale.

Ich trinke aus einer Teeschale, die ich im April auf einer Reise durch Südjapan gekauft habe, genau zu der Zeit, als der Shincha Moe produziert wurde. Es war ein heißer Tag im Tal der Töpfer in Imari. Morgens um 10 Uhr war die Straße noch recht leer. Die Straße führt bergan, ist schmal, relativ steil und endet in einem Weg, der in den Bergwald führt. Rechts und links der kleinen Straße sind Töpfergeschäfte mit dem klassischen Imari-Porzellan. Hier und da ragt ein großer Schornstein in den Himmel. Dort wird das weltberühmte Porzellan gebrannt. Mein Freund Jiri und ich stöbern durch viele Geschäfte, kaufen gelegentlich auch etwas, doch richtige Begeisterung will nicht aufkommen. Fast am Ende der Straße folgen wir rechts einem kleinen Querweg Richtung Berg. Oben sehen wir ein kleines Haus mit offener Eingangstüre. In einem mit Tatami ausgelegten Raum sehen wir verblüffend schöne, weiße und seladonfarbene Teeschalen verschiedener Größe. Wir ziehen unsere Schuhe aus und lassen uns von der schlichten Schönheit, Kühle und Eleganz dieses weißen Goldes verzaubern. Die Preise der Schalen sind deutlich höher als unten an der Straße. Aber die Bemalung ist wunderschön und elegant. Die Schalen liegen leicht und angenehm in der Hand. Sie sind von einer ätherischen Kühle, als hätten Elfen sie geformt. Wir kaufen einige Stücke und heute bedauere ich, dass wir nicht mehr gekauft haben. Die Frau des Keramikers packt die Schalen ein mit ruhigen, gemessenen Bewegungen und einem stillen Lächeln.

Jetzt, beim Trinken des Shincha Moe, begreife ich erst richtig, welch phantastische Teeschale ich gekauft habe. Die seidige Textur des Shincha Moe entwickelt sich großartig in diesem kühlen Porzellan – ein überwältigendes Trinkerlebnis: Frische und Frucht verbinden sich harmonisch, Noten von frisch geschnittenem Gras, ölige Kräuterschleier, feine Adstringenz, die Andeutung von Sencha-Kraft und der große wolkige Nachklang von Mango und Marille. Katsuya Matsumoto von Sakura No hat in diesem Jahr einen wahrhaft großen Shincha produziert. Der Rohtee, Aracha, wurde am 25. April produziert, die finale Erhitzung (hi-ire) fand am Tag darauf statt. Das Pflückgut des Shincha Moe war von so überragender Qualität, dass es keiner Sortierung bedurfte.

Bei den Morimotos wurde über Nacht durchproduziert. Der Yukata Midori Kultivar, der auf einem Feld 260 m über dem Meeresspiegel wächst, war in diesem Jahr so spät gereift wie die klassische Yabukita. So mussten beide Felder fast zeitgleich geerntet werden. Die Töchter reinigten über Nacht die Produktionsanlage. Die Wettervorhersage schwankte zwischen Sonne und Regen bei Temperaturen von 21 bis 27 Grad. Doch alles hat geklappt. Am 28. April wurde das Shinchafeld mit Yukata Midori geerntet und der Tee ist bereits bei uns in Köln.
 

Die verbrannten Finger von Mahei. Vom Beharren und Weitergeben, Epilog einer Reise in die Berge Yunnans

13.05.2017 10:02 von Helmut Volkmann

 


Es ist 8:30 Uhr am Ersten Mai in Köln. Ich stehe im Merzenich, einer Filiale der größten Stadtbäckerei, die einzige, die offen hat, hier am Barbarossaplatz. Ich bestelle sechs Brötchen und zwei Croissants. Ich habe mich nicht von Frau und Kindern am Bahnhof abholen lassen nach der weiten Reise. Es ist noch zu früh, finde ich, und außerdem wollte ich ankommen ohne Pathos und Gejubel, springende Kinder und ausgeflippten Hund.

Vor dem Merzenich die Reste der Nacht. Um die Ecke spuckt das Privilege Gäste aus, die zur Straßenbahn wanken. Vier Spanischsprechende haben sich um eine Gitarre versammelt und grölen einen alten spanischen Hit, holprig und heiser, die Flaschen kreisen. Gegenüber torkeln Gestalten aus dem McDonald’s. Der Barbarossaplatz, einst ruhmreich und prächtig, ist einer der hässlichsten Plätze Kölns. Am frühen Morgen spüre ich hier, wie nirgendwo sonst, die Verzweiflung, das Ringen um Anerkennung, das Strampeln und Strecken, ein Zucken, wie von Fischen, die im Netz an Land gezogen werden. – So wollte ich ankommen in meiner Stadt, mit einem Schock im ungeschminkten Hier und Jetzt. Da bin ich!

Die Straßen sind feucht. Es fisselt, wie man hier zu Nieselregen sagt. Ich ziehe die Kapuze meines Sweatshirts hoch, beide Jacken übereinandergezogen. Ich lasse den Rewe Citymarkt links liegen. Auf der Luxemburger Straße ist es ruhig so früh am Feiertag. Scherben von Bierflaschen liegen überall auf dem Gehweg. Rechts das Luxor, links der kleine Alternative-Club und der türkische Nachtkiosk. Die Scherben glänzen wie Glasmurmeln im Regen. Die Bahnunterführung, Taubenscheiße auf dem Boden. Ich schaue mir die Plakate an. Welche Bands kommen in die Stadt? Welche Bands kenne ich überhaupt? Ich biege links in meine kleine Straße ein. Das nasse Kopfsteinpflaster glitzert wie eine Eisfläche unter dem grauen Himmel. Die Bäume sind grüner geworden und bilden ein Spalier; ein Morgenappell grüner Soldaten zum Ersten Mai. Vereinzelte Maibäume mit bunt flatternden Bändern. Noch schlafen die so geehrten Liebsten den Mairausch aus in ihren Betten.

Ich stehe vor unserem Haus, erbaut 1901 von den Jesuiten und blicke hoch zu den riesigen Rundbogenfenstern. Auf halber Treppe stürzt mir schwanzwedelnd Pinto entgegen, unser Australian Shepherd. Erst jetzt merke ich, wie sehr ich ihn vermisst habe. Komme etwas atemlos im vierten Stock an. Alba, unsere Tochter, kommt aus ihrem Zimmer gerannt, ein Dreierknäuel aus Frau, Tochter und Hund. Mein Sohn ist noch bei einem Freund, bei dem er übernachtet hat. Frühstück mit Brötchen und Croissants und Marmelade nach drei herrlichen Wochen mit Reis und Nudelsuppe.

Mein Kopf ist voll. Ich erzähle ein wenig, zunächst beim Frühstück, dann beim Milchkaffee. Sie haben meinen Blog gelesen und erkundigen sich nach Einzelheiten. Wie war das mit der Wanderung und der Polizei? Warum durftet ihr den Weg am Bach entlang nicht gehen?
Sie erzählen von der Kommunionsfeier unserer Freunde am Vortag. Die Kinder haben Ball gespielt und Pinto hat ihnen den Ball immer wieder abgejagt. Ich bin schneller wieder zu Hause, als ich mir vorstellen konnte. Es ist wie am Atlantik: Man setzt einen Fuß ins Wasser, dann kommt der erste Wellenkamm und schon ist man klatschnass. Ich kann gar nicht anders, ich muss einfach springen.

Meine Reise durch Yunnan begann auf drei Holzstühlen und mit einer kurzen Nacht auf dem Flughafen von Jinghong. An Schlaf hatte ich nicht gedacht, als ich die Stühle nachts um zwei zusammenschob. Es war mehr ein Wegschieben des Zweifels. Doch ich habe geschlafen. Eine erste Lektion in Beharrlichkeit, und es sollten weitere folgen.

Das Töpfern bei den Dai in Jinghong war schön anzusehen, aber die eigenen Versuche mühsam. Ich blieb gelassen. Die Müdigkeit von der Nacht am Flughafen steckte mir noch in den Knochen. Als Mann der Töne war ich dem Ton gegenüber freundlich gesonnen. Der entstandene Chawan ist nun ein Salzfass in unserer Küche. Das war Lektion zwei.

Die großen alten Teebäume in Lao Banzhang, König und Königin des Waldes genannt, eine Teepflückerin, die wie eine Wildkatze in den Ästen hängt und den wertvollsten Tee der Welt pflückt. Der bittersüße Geschmack von frischen jungen Blatttrieben auf dem Olymp der Pu-Erh-Welt: Das macht mich dankbar, bescheiden und ruhig.

Das Lachen der zwei Kinder von Zhang Lang hat uns einen ganzen Tag begleitet, bis hinauf zum Tempel auf dem Dach der Ba Da Berge, dem Himmel ganz nah. Der Hinayana-Priester gibt uns seinen Segen. Das Band, das er mir um das rechte Handgelenk legte, trage ich heute noch. Die Kinder bekamen Süßes aus der Schweiz und lachten.

Zweimal verbrannte ich mir die Finger. Ich hatte mich entschieden, nicht am Wok zu stehen und die Blätter zu wenden, zu kochen, wie man sagt. Doch es kam anders. Das Wenden klappte gut. Ich hielt meine Bewegung für ruhig und kontrolliert. Die Partie, die meine Kollegen und ich gekocht hatten, war die einzige, die von den Profis und Jinsong für gut befunden wurde. Und doch: Einmal zu tief gegriffen, das Wenden zu schwungvoll, die Blätter zu hochgeworfen, korrigiert, und mit den Fingern auf das Metall gefasst. – Verbrannte Fingerspitzen die Erste.

Während des Tastings auf einem Bauernhof in Mahei steht Jingson auf, tippt mir auf die Schulter und sagt, mach du weiter. Wir probierten neuen Tee, Mao Cha. Der Gaiwan war riesig. Es gab zwei davon. Die Blätter waren groß, dürr und sehr sperrig. Ich füllte Tee in die Gaiwans. Dann goss ich den ersten bis zum Rand voll, dann den zweiten. Deckel drauf, ein paar Sekunden gewartet und abgegossen. Ein, zwei, drei Sekunden voller Schmerz. Der Gaiwan zitterte in der Hand beim Ausgießen. Besonders froh sah ich bestimmt nicht aus mit den verbrannten Fingern. Und alle schauten zu: meine Kollegen in der ersten Reihe, dahinter die Leute vom Hof, die Leute vom Dorf und der General. – Toll.

Vor dem zweiten Aufguss zeigte mir Jinsong, wie man den Gaiwan bändigt. Man greift ihn mit einer extremen Spreizung zwischen Daumen und Ringfinger – gut, dass ich Gitarristenpfoten habe. Der Zeigefinger knickt in der Deckelmulde ab, so dass das erste Fingerglied Druck auf den Deckel ausüben und dem Ganzen beim Ausgießen Stabilität geben kann. Die Ausgießbewegung soll ganz aus dem Handgelenk kommen, nicht aus einer Armdrehung. Und: Der Gaiwan wird nur bis 1 cm unter den Rand gefüllt, so dass man ihn besser anfassen kann.

Der zweite Aufguss gelang viel besser. Beim dritten Aufguss lächelte ich. Die Finger schmerzten noch zwei Tage lang. Ich hatte verstanden, hatte den Gaiwan nicht zurück an Jinsong gegeben, hatte seinen Rat befolgt und das Gesicht gewahrt. Beharren, nicht nachgeben – die verbrannten Finger von Mahei.

Der zauberhafte, flüchtige Duft von Katzenohren. Können Katzen lächeln, frage ich mich auf dem Berghang von Yibang, einem der berühmtesten und ältesten Teeberge in Xinshuangbanna, links des Flusses.

Immer wieder probierten wir Tee von großer Qualität, absolute Raritäten. Es war nicht leicht, immer wieder in die Ruhe zu kommen, um dem Tee neu und offen zu begegnen. Am letzten Tag in Yiwu lernten wir noch einmal neu zu schmecken. Bei jedem Tee kommt es mir vor, als ob ich vor einem weißen Blatt Papier säße. Ich betrachte ruhig, wie Schraffuren entstehen, Schattierungen, erste Konturen, Figurenhaftes, Schemen, die zu Gestalten werden. Ich durchdringe Schicht für Schicht, wie bei einem Gemälde von Frank Auerbach, entdecke immer wieder eine neue Facette, eine neue Schattenlinie. Es verändert sich von Aufguss zu Aufguss, Manches bleibt, Anderes geht und mit der Zeit entsteht ein Bild mit Tiefe und Nachklang.

Bei meinem Versuch über Tee lernte ich an diesem Nachmittag in Yiwu, Analyse, Assoziation und Genuss zu verbinden. Diese Idee von Begegnung mit Tee möchte ich gerne weitergeben.

Mein herzliches und tiefes Dankeschön für die Erfahrungen und Erlebnisse geht an Menglin & Jinsong, Jane & schwarze Yogakatze und meine Freunde aus der Schweiz & Deutschland
 

Epilog: Weitergeben - Beharren

06.05.2017 10:07 von Helmut Volkmann

 

Der Blick von meinem Schreibplatz aus, heute morgen um sieben Uhr. Ich bin jetzt seit sechs Tagen wieder zu Hause. Mein Mitarbeiter Marc hat seinen frisch geborenen Sohn in den letzten drei Wochen nur nachts gesehen. Er hat jetzt erst einmal ein paar Tage frei. So bin ich schneller wieder im Alltag, im täglichen Geschäft von Telefonaten, Gesprächen und Organisationskram.

In Kürze werde ich einen kleinen rückblickenden Text über die Reise Japan/ China 2017 in den Blog stellen. Das Grundgerüst steht schon, die Überschrift auch. Über das Weitergeben und Beharren. Weitergeben ist das Motto unseres Gao Shan - Fladens und irgendwie auch die Idee, die innere Vibration, die hinter dieser unserer Reise nach Yunnan stand.

Jinghong am Mekong

29.04.2017 12:44 von Helmut Volkmann

 

Mit 90 kmH im Tiefflug durch Jinghong.

 

 

I´d like to have six very cold beer, Originalton von Miguel in die Übersetzungsapp von Baidu gesprochen. Das Bedienungspersonal rollt sich weg vor Lachen und wir bestellen zwei große Flußfische, die im Sud am Tische gegrillt werden, alles per Übersetzungsapp und mit wahnsinnig viel Spaß. Das Essen endet in einer einzigen Foto und Gruppenselfie - orgie. Die Jungs vom Fischrestaurant haben ihre Tagesstory.

 

 

Über dem Mekong aus dem 12. Stock. Wir haben ein sensationelles Flat direkt am Mekong gemietet. In der Glaskanne 2012 Lala Shan Quin Xin einer der besten Oolongs ever! Dieser Tee braucht Ruhe, dieser außergewöhnlich gute Tee verbreitet Ruhe. Wir trinken Lala Shan 2012 von 15.00h bis 18.00 und schauen auf den Fluß. Die Ruhe nach der Reise.

 

Gewitter über dem Mekong.

 

 

Nach dem Gewitter.

 

 

Brücke über dem Mekong, nachts.

 

 

Vorbereitung für den Nachtmarkt am Mekongufer.

 

 

Yeah, was für ein Label - Name.

 

 

Brücke über dem Fluß, nachts.

 

 

Wir haben das Restaurant von vor vier Jahren mit den roten Lampions wiedergefunden. Unsere erste Bestellung mit der chinesischen Übersetzungapp Baidu fällt etwas spärlich aus. Wir bestellten Schwein und zwei Gemüse - es kam Schwein und zwei Teller mit frischen Salatblättern. Aber die Qualität des Starkbiers ist sensationell. Richtiges Bier nach den Wochen mit isothonischen Kaltgetränken.

 

 

Steffi verhandelt nach.

 

 

Das andere Mekongufer, links vom Fluß.

 

 

Der Schwung der Brücke.

 

 

Live - Musik, chinesische Schlager mit Metallgitarre, nicht schlecht.

 

 

Unser Tower, unser Flat.

 

 

Nachtmarkt.

 

 

Guten Nacht aus Jinghong. Morgen steige ich in den Flieger und bin in zwei Tagen in Deutschland. Liebe Grüße aus Xinshuangbanna.

 

 

Dies ist das Produkt unserer Reise.

 

Pu Erh - Fladen Gao Shan 2017, produziert von den 20 Mitreisenden, unter Anleitung des Kochers von Gao Shan und Yu.

 

der Text auf dem Fladen:

 

links: 2017 Frühlingsreise in die Teeberge Yunnans

 

rot: Gaoshan Dorf

 

große Zeichen: Chuan Cheng = Weiter - Geben

                          Song Yun Caotong, Yu Jin Song

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Schöpfen von Papier und Schaffen von Shou Pu Erh ohne Bilder

29.04.2017 12:28 von Helmut Volkmann

 

Yiwu morgens um sechs. Die Nachtruhe ist zu Ende.

 

 

 

Bäuerin gegenüber meines Fensters, den Verkehr beobachtend.

 

 

Wir begutachten den Brand unserer selbst gefertigten Töpferwaren im Dai - Stil.

 

 

Wir besuchen in Menghai eine Show - Pu Erhalten Factory. Es ist wie vor vier Jahren. Fotos sind definitiv nicht erlaubt. Sie haben hier schlechte Erfahrungen mit der Verbreitung von Fotos über die Produktionsschritte von Shop - Pu Erh gemacht.

Die Arbeitsschritte in der Factory:

1. Sortieren von Hand

2. Sortieren von der Maschine

3. Aussieben im Kreis

4. Siebung über negative Ionen
 
5. Siebung durch Wind

6. Die Stängel werden vom Blatt getrennt (wie  in Japan, Trennung von Kukis)

7. Die Befeuchtung des Tees, die Blätter müssen weicher werden

8.  In Form gedrückt

9. Trockenraum, dunkel, bei 40 Grad

10. Fermentation angefeuchtet unter der Folie


Wir probieren mit Yu und Herrn Hu Tee. Hier hätte fotografiert werden können, doch meine Kamera liegt im Bus und ich will ungern Lao Banzhang Pasha verpassen.

Lao Banzhang Pasha (das ist der Kultivar) aus 2017. Einer der ganz großen Lao Banzhang Tees dieses Jahres. Herr Hu („Big Boss“) spendiert eine Lage seines aboluten
Weltklassetees.

1. Aufguss: große Präsenz
2. Aufguss: volle Wucht, Breite, Länge
3. Aufguss: dichte Frucht, weiche Tannen, der Tee wird breiter
4. Aufguss: weich, zurückgenommen, Süße, weniger Kraft, verliert Tannen, behält die Präsenz
5. Aufguss: Süße, dicht, Harmonie, sehr rundes Mundgefühl
6. Aufguss: Süße, langes Echo. Ein sehr gut gekochter Tee.


2. Tasting: Lao Banzhang Gushu,  Shou Pu Erh.

1. Aufguss: weich, leichter Kampferton, kühl
1. Aufguss: dichter, kühl, Minze, leichter Melasseton.

Dann kommt der Aufbruch.

 

 

Besuch in deiner traditionellen Factory für handgeschöpftes Papier.

oben: die frisch geschöpfte Papierbahn wird glattgestrichen.

 

 

Die Masse aus Baumfasern und Leim wird ins Wasserbad gegeben.

 

 

Die Mischung wird tüchtig verquirlt.

 

 

Der Rahmen wird mehrmals durch das Bad gezogen.

 

 

 

 

 

 

Die Arbeiterin zieht den Rahmen mit dem noch flüssigen  Papierfilm aus dem Bad.

 

 

Die Rahmen stehen zum trocknen unter der Sonne.

 

 

Unter der Rindes dieses Baumes liegen die Fasern, die zur Papiergewinnung benötigt werden.

 

 

 

Die Chefin der Factory. Innerhalb von 10 Minuten ist die Tagesproduktion an uns ausverkauft. Die Chefin strahlt still.

 

 

Am Abend das Abschiedsessen im Hotel mit dem so vertrauten Tuborg Superlight.

 

 

Monika hat Geburtag und Jinsong organisierte spontan eine Geburtstagstorte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vier Versuche über Pu Erh - Tee

27.04.2017 16:15 von Helmut Volkmann

 

Heute beginne ich den Morgen mit Blog schreiben. Die Netzverbindung gestern war so lausig, das ich heute morgen alle Texte in den Blog kopiere. Der Vormittag ist bis 10.00h frei. Dann treffen wir uns zu einer kleinen Besprechung. Wir wollen ein Team für ein Pu Erh - Buch finden. Wir sind recht viele. Das erste Treffen ist gut. Wir finden eine lose thematische Struktur, können einige Spezialartikel über die einzelnen Regionen aufteilen. Ein neuer Arbeitstermin im Sommer ist gefunden. Also, laßt uns arbeiten, wenn wir zu Hause sind.

Jiri und ich machen einen kleinen Spaziergang. Teepflücker am Straßenrand in Yiwu Stadt.

 

 

 

Ein tolles Mittagessen an einem kleinen See am Rand von Yiwu. Es ist schwül heute und heiß.

 

 

Am Nachmittag ist ein verschärftes Tea - Tasting angesagt. Wir werden anhand von vier Versuchen einige zentrale Kriterien für die Beurteilung von Pu Erh Tee herausarbeiten. Auf gehts.

 

 

1. Versuch:


Gao Shan Gushu tratitionelle Produktion

Gao Shan maschinell produziert (gekocht/ Hong Cha Maschine)


Tasting: pro Gaiwan: 11 g


Unterschiede sind zu schmecken ohne Ansage.


Kriterien:

- Farbe

- Länge vom Pflückgut

- Reife des Pflückguts

- Duft ( Jahrgang/ Frische)

schwarze Flecken am Pflückgut: Regentag oder Plastikbeschattung oder mehrere Tage für die Trocknung gebraucht


Taste: traditionell: tiefe Struktur, floral, blumig

           maschinell: modrig, leicht muffig, trocken


 

 

Ein Bild zum ersten Versuch:  links der handproduzierte Tee, rechts der maschinenproduzierte Tee.

 

 

 

Versuch 2: Gua Feng Zhai Chawang Shu Gushu
        dunkle, volle horizontal ausgeprägte Struktur
        
        Gua Feng Zhai Xiao Shu (kleine Bäume)
        hell, flach, kaum Körper, schmal

Interessant bei der Verkostung war, das die großen Unterschiede erst beim 2. und dritten Aufguss sich klarer herausbildeten.
Im Duft war der Unterschied allerdings schon beim ersten, spätestens beim zweiten Aufguss deutlich zu erkennen.
 Der Xiao 'Shu kann zwar über die Länge der Aufgüsse nicht mithalten, es ist trotzdem ein klarer und gute gemachter Tee.
 

 

 

Rote Stängel: ein Indiz für falsches Kochen. In Yiwu werden die Blätter allerdings mit langen Stängeln gepflückt, so das auch bei gut gekochten Tees manchmal eine Rotfärbung zu erkennen ist. Unten problematisch, auch die Blätter haben eine rötlcihe Färbung, oben die typische Rotfärbung von Yiwu - Blattgut mit sauber gekochten Blättern.

 

 

Versuch 3:

Yu gibt uns einen Blind Taste zur Aufgabe.
Die Idee ist, selbst Kriterien für die Qualität eines Tees zu entwickeln ohne Vorgaben. Dahinter steht auch die Idee, zu erkennen,
nach welchen Kriterien Yu seine Tees auswählt. Wir wissen nichts, außer, das es sich um zwei ähnlich oder gleich gute und sehr hochwertige Gushus handelt.

Meine Notizen dazu:
Tee 1: hell, süß, feingliedrig, silbrig, feminin
Tee 2: breiter, horizontal ausgeprägte Struktur, dunklere Erscheinung, feine sanfte Tannine

Es wird abgestimmt: wer ist für Tee 1 - wer ist für Tee 2:
2 Stimmen für Tee 1/ der Rest stimmt für Tee 2 (inklusive Yu, der schalkhaft den Arm hebt, obwohl wir das Kommando auf Deutsch gegeben haben, sehr witzig)

Er findet wirklich Tee 2 besser und komplexer und tiefer.



Tee 1: Wang Gong (ein weltberühmter Pu Erh)
Tee 2: Bai Cha Yuan


 

 

 

Versuch 4:

Wir testen zwei verschiedene Bo He Tang Gushus

Tee 1: langer Duft, vertikale und horizontale Struktur, elegant, kraftvoll, langer Nachhall
Tee 2: flacher Duft, kaum Struktur, kaum Nachhall

Der Unterschied ist in Duft und Tasse virulent und direkt erfahrbar. Beide Tees sind teuere Tees aus dem legendären Gebiet mit den wenigen alten Teebäumen bei Yiwu. Der zweite Tee hatte einen Hagelschaden, das konnte man an den Blättern erkennen. Im Preis werden die beiden Tees kaum verschieden gewesen sein.

 

 

Yu bekommt einen Selfie - Flash.

 

 

Nach den hochinteressanten Versuchen geht es zum Pressen unserer Fladen. Wir haben wir haben vor einigen Tagen Gao Shan Tee gekocht und gerollt. Diesen Tee lassen wir heute in Fladen pressen.

Das genaue Abwiegen: 180g

 

 

 

Oben auf dem Tee liegt das Nei Fei, ein kleines Beipackzettelchen, das Auskunft über den Hersteller des Tees gibt.

Da sind in diesem Falle wir alle. Also haben wir 20 Zettelchen mit unseren Namen signiert. Diese werden jetzt mitgepresst.

 

 

Der Fladen kommt unter den Stein und wird in einer Schaukelbewegung mit den Füßen gepresst. Das ist Tradition hier in Yiwu.

 

 

Gut, ein Standbild, man sieht nicht wirklich, mit welchem Schwung und welcher Verve die hier Beteiligten bei der Sache sind.

 

 

Impressionen aus Yiwu Stadt.

 

 

 

 

 

 

Das Abendrestaurant liegt einige Kilometer außerhalb von Yiwu. Ein riesiger Fischteich. Wir laufen von der Straße ein gutes Stück durch Bananenstauden und balancieren über eine Bambusbrücke.

Ein wunderbar feines Abendessen mit gegrilltem Fisch, Fischsuppe, vielen teils sehr scharfen Gemüsesorten und feinstes gegrilltes Schwein.

 

 

Rückweg über den Bach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Yibang, das berühmte Zentrum des frühen Pu Erh - Handels

27.04.2017 01:29 von Helmut Volkmann

 

Es ist 6 Uhr morgens. Ich wollte den Blog gestern schreiben, aber mein Shopsystem mit dem Template läd nicht hoch. Alles kann ich laden, Amazon, Google, meine Website, Sportschau, nur mein Scheiß Shopsystem streikt. Die Netzverbindung ist lausig. Man fliegt immer wieder raus, wenn man gerade einen Absatz programmiert hat. Fuck!

Draußen tobt das wirkliche China. Nich die schön geschwungenen im Dunst mystisch verhangenen Berge, nicht die Pflanzen mitten im Regenwald, das Grillenzirpen, der weite Blick. Nein, es tobt die Straße vor unserem Hotel in Yiwu. Die Motorräder fahren mitten durchs Zimmer. Auch morgens um Sechs wird munter gehupt. Nach hintern grenzt unser Zimmer an eine dekorative Felswand. Immerhin haben sei ca. 2 Meter Platz gelassen. Im Hotel vor vier Jahren konnte man den Fels berühren. Die Nudelküche im Nachbarhaus bereitet sich auf den morgendlichen Ansturm vor. Die Töpfe klappern, die Köchinnen schnattern in Arbeitslautstärke, so als würden sie am Fußende meines Bettes spülen. Auch das ist China, direkt, laut, sehr laut. Die Frau an unserer Rezeption brüllt auch um Mitternacht noch mit schneidend kraftvoller Stimme durchs Haus, das irgendwie wie aus Pappe gebaut scheint, China eben.

Übermorgen fahren wir wieder zurück nach Menghai. Fünf Chinasterne, dicke Teppiche auf dem Flur, so das der Koffer steckenbleibt. Neunter Stock, dicke Fenster, schöner Blick über die Stadt, Stille. Ein akustisches  Kontrastprogramm, ich liebe das.

Fahrt in die alte berühmte Region Yibang. Wir fahren vorbei an Bananenplantagen, die Wolken steigen aus dem Tal auf. Eine Inversionswetterlage, sehr gut für Tee, sie bringt Feuchtigkeit ohne den Blättern zu schaden. Die Fahr dauert über zwei Stunden. Es geht durch enge Kurven, die Straßen sind am Ende schmal und extrem holprig. Der Straßenzustand wird sich auf unserer heutigen Tour allerdings noch deutlich verschlechtern.

 

Angekommen beim Teebauern in Yibang. Das Dorf liegt nur etwas 750 m hoch. Die beiden Assistentinnen von Yu sitzen wie zwei Katzen auf den Lehnen des Sofas.

 

 

Tasting 1:

Guan Yin, der Gushu stammt aus der Region Manzhuan aus staatlichen Wäldern. Wenn man alte Bäume entdeckt hat in staatlichen Wäldern, darf man die Blätter  frei ernten. Man kümmert sich um die Bäume, säubert den Untergrund und jeder respektiert die Zugehörigkeit des Baums zum Bauern. In unserem Verständnis ist dies nicht vorstellbar, bedenkt man dann die Summen, die mit diesen Tees verdient werden.

Der Guan Yin ist konzentriert, fruchtig und elegant, leicht süßlich.

 

 

Wir sind jetzt sechs Tage in China und ständig unterwegs, und ständig zusammen, bis auf die Schlafenszeit. Die Fahrten sind lang und ein wenig strapaziös, die Strecken wegen der Topographie groß und schwierig zu bewältigen. Wir Japanleute sind schon seit zwei Wochen zusammen. Einige sind ein wenig erschöpft.

 

 

Zi Ya, dunkelgelb in der Tasse, wir sehen leichte Schwebstoffe, der Tee ist nicht gut gekocht.

Mansong Mao Cha 2016, der Duft von wilder Erdbeere, Waldhonigauf der Zunge, groß.

 

Straßenbild um die Mittagszeit in Yibang, es ist schwülwarm bei ungefähr 30 Grad.

 

 

Wir reisen mit einem kleinen Bus nach Yibang „altes Dorf“. Der Weg ist schmal. Jedem entgegenkommendem Fahrzeug muss man durch Vor - Zurücksetzen ausweichen. Der Fahrer ist sehr routiniert und flott unterwegs. Die Straße verändert sich zu einer richtigen Schotterpiste, abgewechselt von glitschigen Lehmabschnitten. Es geht so fast eine Stunde steil aufwärts in die Berge. Yibang „altes Dorf“ liegt auf dem Bergkamm.

 

Alte Häuser an der alten Straße in Yibang „altes Dorf“.

 

 

Ein Drachenrelief aus der alten großen Teezeit von Yibang. Yibang war früher das Hochzentrum der Pu Erh Teekultur, und war wesentlich berühmter als Yiwu.

 

 

Frau beim Aussortieren von Huang Pian aus Mao Cha vor einem alten Haus.

 

 

 

 

Eine alte Frau beim Aussortieren von Huang Pian aus Mao Cha vor einem alten Haus.

 

 

Die alte Mauer und die alte Teestraße, von hier aus machten sich die Händler mit Pferden und Eseln bepackt mit dem wertvollen Yibang Pu Erh auf den Weg nach Simao. An dieser Stelle wurde der Tee auch damals versteuert.

 

 

Der Löwe, während der Kulturrevolution verschleppt, hat seinen Platz im alten Yibang - Dorf  wiedergefunden.

 

 

Blick auf die Nachbarberge. Wir sind auf dem Weg zu einem Teebauern auf der anderen Seite des Bergkamms.

 

 

Tee zum Sonnentrocknen am Yibang - Berg.

 

 

Beim Hof ein Wurf von schwarzen Jungschweinen.

 

 

Der erste Hang mit Gushus in Yibang.
 

 

Yu zeigt eine Varietät mit  purpurfarbenen Blätter hier in Yibang.

 

 

 

 

Teepflücker in einem alten Gushu.
 

 

Wir finden hier auf diesem Berghang von Yibang einige sehr spezielle Sträucher mit sehr kleinen Blättern. Yu hat den Tee erst im 2015 entdeckt und produziert. Dieser große Yibang -Tee wurde  liebevoll „Katzenohrentee“ Mao Er Duo genannt. Das erklärt sich von selbst , wenn man die zierlichen kleinen Blätter in der Hand hält.
 

 

Ein Baum mit „Katzenohrentee“ Mao Er Duo.

 

 

Wir probieren Mao Er Duo 2016.

 

 

Yi Bang Lao Jie: das alte Yibang Dorf

 

Man Gong ist das Dorf aus dem die Katzenohren stammen.

 

 

 

„Der General“ ist heute immer dabei, chauffiert sogar einen Teil unserer Gruppe hoch ins Dorf.
Sie beobachtet, sie  spricht, und hin und wieder entwischt ihr einmal ein Lächeln.
Sie hat die Produktion der Katzenohrentees erst möglich gemacht durch ihre hervorragenden Kontakte zu den einheimischen Bauern. Sie scheint also auch trinkfest zu sein. Die Bauern trinken hier Schnaps wie Wasser. Das ist wohl überall so auf der Welt.

 

 

Katzenohrentee 2016, sanft, floral, frisch, weiche Frucht, eine Tee für die heiteren Momente im Leben.

 

 

Der Bauer der „Katzenohren“ war früher Mediziner, also Arzt. Ein freundlicher und ruhiger Mann, der einen fantastischen Tee produziert.
 

 

 

Wir fahren zurück nach Yiwu. Ein Blick in die Berge.

 

 

 

 


 

 


 

 

 

 

 


 

 

 

 


 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

Zi Ha, dunkelgelb in der Tasse, wir sehen leichte Schwebstoffe, der Tee ist nicht gut gekocht.

Manzhuan Gushu Mangia??? ….

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 





 

 

Das Pressen von Pu Erh und wieder frischer Mao Cha

25.04.2017 16:19 von Helmut Volkmann

Wir wollten alte Teebäume besichtigen, unterwegs wilde Elefanten treffen, eben so ein richtiger ein Abenteuertrip in die Bergwelt von Xinshuangbanna. Oberhalb des Bachlaufs warten wir auf unseren Guide. Er kommt, mit wehenden Haaren. Die Gruppe ist bestens gerüstet.
 

 

Der Preis für das originellste Reiseoutfit geht heute in die Schweiz.

 

 

Ranger in Militärgrün tauchen auf. Die Herren sehen nicht besonders freundlich aus. Es beginnt eine Verhandlungssession zwischen Yu, dem Guide, dem „General“ (das erkläre ich später) und den Rangern. Sie haben einen  Anruf erhalten. Eine Gruppe von 20 Personen mit dieser Hautfarbe bleibt nicht unerkannt. Die Verhandlungen ziehen sich hin. Die Mienen sind nicht entspannt. Wir sollen verschwinden. Es ist ein Nationalpark. Es ist eine geheime „Straße“, die in der japanischen Besatzungszeit eine Rolle gespielt hat. Ausländer sind hier unerwünscht. Wir fahren ab. Das ist  besser so. So frei ist es heute auch noch nicht,  in China zu reisen.

 

 

 

Wir fahren zum Haus des Guides und trinken Tee. Auf der Veranda unsere weiblicheTee - Kontaktperson aus dem Jahr 2014. Ich erinnere mich. Wir probierten Tee in Mahei. Wir probierten ausgesprochen schlechten Tee. Sie hatte eine Militärmütze mit Stern auf dem Kopf und war überaus schweigsam. Nach der, zugegebenermaßen etwas provozierenden Frage nach Taidi, also nach Platagen - Tee brach sie das Tasting nach dem zweiten Aufguss ab und ließ uns sitzen. Wir nannten sie danach liebevoll,  „der General“, auch wegen des etwas strengen Gesichtsausdrucks.

 

„Der General“ auf der Veranda beim Probieren von Mao Cha.
 

 

 

Tasting mit Jiri:

Wir probieren Tong Quin He, gut , breit, süß, kraftvoll, aber mit einer gewissen Bitterkeit. Yu erklärt die Bitterkeit später mit einem schlechten Kochen. Die Blätter haben zu wenig Sauerstoff bekommen.

 

Jiri macht seine Sache gut und ruhig. Nicht einfach, ein Tasting mit zwanzig Leuten.

 

 

Picknick zwischen Gushus. Es gibt Klebereis und Entenfleisch.

 

 

Yu zeigt auf die Stelle an der der Teebaum vor ca. 70 Jahren geköpft wurde. Die Schäden der Kulturrevolution. Man wollte damals Gemüse und Getreide anbauen um die stark wachsende Bevölkerung ernähren. Heute sind die Gushus hier gut entwickelt.

 

 

Manche Triebe werden ausgebrochen um das Wachstum des Baums anzuregen. Die Besitzerin der Plantage zeigt auf die neuen Triebe.
 

 

 

Der Boden dieser Plantage ist sehr gut aufgelockert, es wächst relativ wenig Unkraut. Gut für die alten Bäume. Es ist ökologischer Anbau ohne Zertifikat.

 

 

Zwei Fladen, links die Herbsternte mit den markanten weißen Blättern.

Rechts: Huang Pian  (gelbes Blatt)

 

 

Tasting von Huang Pian: leicht, zurückhaltend und süß. Gelagerter Huang Pian kann eine pflaumige Note entwickeln.

 

 

 

 

Yu bitte mich das nächste Tasting zu übernehmen. Es ist ein großer Gaiwan. Er ist sehr heiß. Der Anfang ist anstrengend.

Vor dem zweiten Aufguss zeigt Yu mir den richtigen Gaiwangriff. Es ist noch dann immer nicht einfach, aber es geht deutlich besser und ich schaue nicht mehr so verbissen und die Augenbrauen entspannen sich. Aufguss drei bis vier, das hat  dann schon  etwas mit Tee machen zu tun.

Auch der General schaut gar nicht so grimmig aus.

Ich freue mich. Eine schöne Lektion, ein paar verbrannte Finger vom ersten Aufguss und der nette Zuspruch meiner Freunde.

 

 

Tee bei der Sonnentrocknung in Mahei.

 

 

Wir fahren in eine kleine Pu Erh Fabrik. Oben, Pu Erh Kugeln.

 

 

Der Prozeß des Pressens von Pu Erh:

 

genaues Auswiegen der Teemenge

 

 

Der Tee wird bedampft. Dann wird eine Stoffhülle über den Blechbehälter gestülpt.

 

 

Der Tee befindet sich nun in der Stoffhülle und wird geformt.

 

 

Die Form der Hülle wird immer flacher von Hand gepresst, die Stoffenden werden zusammengezogen, der Tee im Inneren wird komprimiert.

 

 

Jetzt werden die beiden Stoffenden in den Fladen gedrückt. Es entsteht das markante Pu Erh - Loch.

 

 

Dann wird der Fladen mit Stoffhülle unter die Steinpresse gelegt und minutenlang im Wiegeschritt zusammengepresst und verdichtet.

Die Bewegung ist ein Wiegen  und Schaukeln. Es schaut aus wie eine Rumba auf einem Kanaldeckel getanzt.

 

 

 

Der fertige Pu Erh - Fladen auf einem Stein.

 

 

Das Trocknen der Fladen.

 

 

 

Final wird der Tee nun kunstvoll in Papier eingewickelt.

 

 

 

Fünf Fladen kommen in einen Stapel.

 

 

Auch die Prägung erfolgt per Hand.

 

 

Yu und der Teebauer von Gao Shan gießen ihre Gaiwans synchron aus und haben Spaß.

 

 

Wir probieren Manzhuan Shan.

1. Aufguss mit Wasser aus der Gusseisenkanne: seidig, weich, süß

2. Aufguss, Stainless Steel Kanne: es werden zusätzlich mehr Tannine deutlich

 

Tasting. Mansong Mao Cha 2017:

Es ist ein Tee aus den staatlichen Wäldern. Die Menge diese Tee beträgt gerade einmal ein Kilogramm.

Kleinblättrige Varietät, seidige Textur, voll, süß, elegant

 

 

Die jungen Arbeiterinnen bei der Produktion von Pu Erh Kugeln.

 

 

Yiwu, eine alte Teestraße. Hier wurden früher die Pferde und Esel mit Staplen von Pu Erh Tee bepackt auf die Teeroute über den Himalya geschickt.

 

 

Eine alte Dame bei der Fertigung von Schuhen.

 

 

 

Die sechs berühmten Teeberge links vom Fluß.

 

 

Das berühmte kaiserliche Teegeschäft in Yiwu. Heute mit Hahn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teeproduktion in Gao Shan, Yiwu

24.04.2017 14:56 von Helmut Volkmann

 

Der Morgen in Menghai, Fahnenappell. Chinas rote Fahne strahlt über dem Parkplatz.

 

Wir fahren nach Yiwu, passieren die Drogenkontrolle, durchqueren Jinghong, überqueren den Mekong und erreichen die Yiwu - Berge nach über vier Stunden Fahrt. Es ist das weltberühmte Teegebiet links vom Fluß.

 

 

Mittagessen mit frischer Melone und Ananas.

 

 

Wir erreichen das Dorf Gao Shan in Yiwu. Bei der Durchfahrt durch die sehr engen Gassen reißt unser Bus mit dem Dach ein Stromkabel ab, das provisorisch über die Straße gespannt ist. Der Fahrer steigt aus, das Kabel wird mit einem Bambusstab angehoben, er fährt ruhig weiter. Als wir das Dorf verlassen hängt das Kabel wieder am selben Ort, nur einen Meter höher.

 

Unser Teebauer und sein ältester Gushu, ca. 300 Jahre alt.

 

 

Die Umgebung der Gushus ist wunderschön, fast paradiesisch. Eine intakte Regenwald - Bergwelt.

 

 

Dieser alte Tebaum wurd vor ungefähr 100 Jahren gekappt oder geköpft.  Man sieht die Narbe in der Rinde noch.Heute ist der Baum gesund und intakt.

 

 

Endlich einmal ein männlicher Pflücker. er pflückt mit Konzentration, Fröhlichkeit und Hingabe.

 

 

 

 

 

Die Tochter des Bauern posiert von einem Teebaum. Später sehen wir sie in der Halle beim Rollen unseres Tees.

 

 

Wir benutzten schon vorgekühlte Teeblätter. Der Moment des Hineinschüttens in den Wok ist heikel. Hier können schnell die meisten Schäden am Tee einstehen und er kann verbrennen. Die Temperatur des Woks liegt bei 250 Grad. Wir verarbeiten 5 Kilo frische Teeblätter.

 

 

 

Das Wenden der Teeblätter geschieht hier sehr ruhig und harmonisch. die Idee ist es vom unteren Ende des Woks, die Blätter mit einem rhythmischen Schwung an das obere Ende des Woks zu plazieren.

 

 

Yu mißt die Temperatur im Wok und an den Blättern. Der Tee - Kocher spürt dies intuitiv und mit Erfahrung. Dei Temperatur fällt nach 5 Minuten und muss erhöht werden. Es werden Holzscheite nachgelegt.

 

Eleganz und die Ruhe des Kochers großartig. Wir sehen hier große Handwerkskunst. Die Kocher sind Spezialisten und werden sehr gut bezahlt. Heute sehen wir einen großen Handwerker, im wahren Sinne des Wortes.

 

 

Die Temperatur des Woks wird durch das  Hinein - und Herausziehen von brennenden Holzscheiten gesteuert.

 

 

Wir sollen alle ran. Ich bin bei der zweiten Charge dran und habe Zeit mir die Wendebewegnung etwas anzuschauen. Es klappt ganz gut, finde ich. Auf alle Fälle besser als vor vier Jahren in Jingmai. Nach einiger Zeit unterbricht mich der Koch und lockert die Blätter ein wenig auf. Das Tempo des Wendens muss schneller werden, der Wok wird heißer. Yu droht mit der Reistrohrute. Es ist wie im Zazen. Du gibst dir Mühe, aber das ist nicht alles. Und dann gibt es einen auf den Deckel.

 

 

Die Blätter werden gerollt. Auch das geschieht hier etwas anders als ich es kenne. Es wird hier in Gao Shan mit etwas weniger Druck gerollt. Auch die Spiralbewegung ist hier weniger ausgeprägt.

 

 

Die Teeblätter werden zu einem Ballen zusammengeschoben und dann meist längs gerollt, ohne sehr viel Kraft. Das Rollen ist von Region zu Region und von Dorf zu Dorf unterschiedlich und wird letztlich von der Qualität des gekochten Tees bestimmt.

 

 

Der jetzt fertig gerollte Tee auf Baumbustrays unter dem Dach. Unsere Tees werden auf dem Dach an der Sonne getrocknet.

 

 

Tea - Tasting:

 

Gao Shan Gushu 2017

feminin, süß, große Präsenz, langer Nachklang, viele Aufgüsse

 

 

Bo He Tan Gushu 2017

 

Süße, Kraft, Herbe, der Tee ist kein Spielkamerad, wilde Eleganz, ein Tee wie eine Königin

 

 

Die Blätter des Bo He Tan, regelmäßige Färbung, schöne Blattform, ein perfekt gekochtes Blatt.