Jin Jun Mei, ein wundervoller Hong-Cha aus den Wuji-Bergen

Wir haben fünf neue Tees gekauft, drei aus China und zwei aus Taiwan. Jeder für sich eine Schönheit, wie eine Blume im Bouquet.

Ich fange mit dem Jin Jun Mei an. Der Tee stammt aus den Wuji-Bergen in China, wo traditionell Weltklasse-Grüntees und Schwarztees werden. Jin Jun Mei ist ein relativ neuer Kultivar, der in China in den letzten Jahren große Berühmtheit erlangte und den ich bislang nur vom Hörensagen kannte. Jetzt haben wir einen Jin Jun Mei Hong Cha kaufen können und ich muss sagen, er begeistert mich: Süßer Duft, Schokolade, Karamell und ein wundervoll samtiges Mundgefühl – ein Schwarztee, süß wie Mandelmilch.

Der Huang Shan Mao Feng ist ein Grüntee aus der Provinz Anhui. Huang Shan bedeutet Gelber Berg. Der Tee stammt von wilden Teebüschen, die auf verlassenen Teefeldern wachsen. Gushu nennt man diese Büsche, eine Rarität. Der Tee erinnert an Wildkräuter und helle Blüten und lässt mich an klares, helles Mittagslicht denken.

Teemeister Atong Chen, über den ich in meinen Newslettern schon öfter berichtet habe, ist auch im Jahr 2017 wieder nach Anji gereist, den Ort seiner Teeausbildung, um einen klassischen Tie Guan Yin zu produzieren. Ein Tee wie eine Haydnsinfonie, klassisch strukturiert und federleicht. Klare Tannine – typisch für den Anji-Tie Guan Yin – helle Blütendüfte und Noten von Melone. Ein Klassiker, meisterhaft komponiert.

Wir reisen von China nach Taiwan und machen eine echte Entdeckung: Hongxing, ein sehr seltener Kultivar vom Dong Ding-Berg: Schwerer Duft von Wurzelholz, Mineralnoten, aber auch die Fruchtigkeit von Aprikosen. Ein dunkles Feuerwerk auf der Zunge, magisch wie ein roter Vollmond.

Ein weiterer Tee aus dem Hochland von Taiwan, ein Gao Shan vom „Hohen Berg“ ohne genaue Terroirbeschreibung. Es ist ein gelagerter Oolong aus dem Jahr 2009. Sein Duft und Geschmack erinnern an Flieder und Honig. Er ist tief und vielschichtig. Auch dieser meisterhafte Tee wurde von Atong Chen produziert.

P.S. Im September habe ich mit Dr. Tom Rohde für seinen Podcast „Werden und Wachsen“ (iTunes) ein Gespräch über Tee und meinen Teeweg geführt, etwa 50 Minuten. Die angeschnittenen Themen sind vielfältig, aber im Zentrum stehen der Tee und der Versuch eines akustischen Teatastings. Leider ist die Tonqualität nicht optimal, die Autos von der Straße sind deutlich zu hören, aber man versteht alles. Vielleicht haben Sie Lust reinzuhören.

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