Jeremy Keala (Foto: Lydie Roure) wurde in den USA geboren und verbrachte große Teile seines Lebens in verschiedenen Ländern, darunter vornehmlich Frankreich. Aktuell lebt und arbeitet er in den Bergen der Chartreuse bei Grenoble. Sein Werk umfasst Unikate sowie kleine Serien, die auf der Drehscheibe entstehen und nach eigener Aussage von einem konsequenten Streben nach organischen, fließenden Formverläufen geprägt sind. Diese Perspektive ist dabei auch stark von seinem Talent für Tanz- und Schriftkunst geprägt.
Keala kombiniert und modifiziert Steinzeug und Porzellan in Abhängigkeit von den jeweiligen Anforderungen an Formgebung und Glasurauftrag. Sämtliche Glasuren stellt er eigenständig her. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Überlagerung japanisch und chinesisch inspirierter Glasurtraditionen, darunter Shino, Oribe, Jun, Kupferrot, Holzasche und Tenmoku. Durch das bewusste Schichten von vier bis fünf Glasuren entstehen komplexe und dicke Oberflächen mit Tiefe und Dynamik.
Die Reduktionsbrände erfolgen im eigenen Gasofen bei rund 1300 Grad Celsius. Jeremy widmet sich dabei intensiv der Erforschung langsamer Abkühlungsphasen und deren Einfluss auf Kristallbildung, Fließbewegungen und Farbentwicklung. Indem er kraftvolle, lebendig wirkende Formen mit vielschichtigen Glasurkompositionen kombiniert, untersucht er jene stille Harmonie, die aus natürlicher Komplexität hervorgehen kann: " By intentionally pairing intense, living shapes with the intricate layering of four or five glazes, I explore the quiet harmony that can arise from the complexity of nature."
Making a pot is about movement. This heritage comes from my practice as a dancer, an improviser: I start with a move. It does not matter where the process begins. I’m not performing a set piece that unfolds according to a plan. Rather, the first move brings the second, and so on, until the dance with clay grows and takes on its own proportions. Different elements may be involved: the speed of the wheel, the amount of water, one finger, three fingers, a hand or a tool.
Much like a conversation between two friends wherein one subject arises and flows naturally into another. Similarly, creating a series of pots is like a conversation with clay. Various rhythms, images, movements arise and fall until the series takes on its own momentum. This leaves open the possibility of surprise, of chance.
The practice (and challenge) of dancing with clay is to leave the field of possibilities wide open while still creating something that falls within the category of a vessel. Yet, apart from this open-ended category, I don’t interpret something. I do something. I present something. Any kind of interpretation is left to whomever is using the vessel.
– Jeremy Keala
Die hier vorgestellten Stücke zeichnen sich vornehmlich durch die folgenden Glasuren aus:
Oil Spot / Tenmoku Glasuren
Diese Porzellan-Teeschalen nehmen Bezug auf die historischen „oil spot“ und „hare’s fur“ Glasuren der chinesischen Song-Dynastie. Das helle Porzellan fungiert als visuelle Projektionsfläche, auf der die metallisch schimmernden Eisenkristalle deutlich hervortreten. Die Effekte entstehen durch das Übereinanderschichten von zwei bis drei eisenreichen Glasuren. Der anschließende Reduktionsbrand bei 1300 Grad Celsius ermöglicht die Ausbildung charakteristischer Kristallstrukturen.
Shino, Kupferrot und Jun Glasuren
Diese Arbeiten werden aus feinem Limoges-Porzellan gedreht und verbinden japanische und chinesische Glasurtraditionen in einem experimentellen Dialog. Shino Glasuren mit ihrer feldspatreichen Oberfläche treten in Beziehung zu chromatisch intensiven Kupferrot und Jun Glasuren. Die spezifischen Farbverläufe und Texturen entstehen durch das Schichten von drei bis vier Glasuren unter Beimischung von Holzasche. Auch hier erfolgt der Brand in Reduktion bei 1300 Grad Celsius.
Holzascheglasur
Diese auf der Drehscheibe gefertigten Porzellangefäße werden mit einer Glasur versehen, deren Hauptbestandteil lokal gewonnene Holzasche ist. Holzasche zählt zu den ältesten bekannten Glasurkomponenten und erzeugt nuancenreiche Farbtöne sowie ausgeprägte Fließbewegungen. Die Asche reagiert im Hochbrand sensibel auf Atmosphärenveränderungen und Materialstärke, wodurch jede Oberfläche individuelle Spuren des Brennprozesses trägt.
Holzasche und Tenmoku
Diese Arbeiten aus Limoges-Porzellan kombinieren zwei Glasurschichten.Zunächst wird eine überwiegend aus lokaler Holzasche bestehende Glasur aufgetragen, darüber eine eisenreiche Tenmoku Glasur. Das Zusammenspiel beider Schichten führt zu markanten Fließstrukturen und einer haptisch differenzierten Oberfläche. Die Tiefe des dunklen Tenmoku kontrastiert mit den mineralischen Spuren der Ascheglasur und erzeugt eine visuelle wie taktile Spannung. Auch diese Stücke werden bei 1300 Grad Celsius in Reduktion gebrannt.
Jeremy Keala (Foto: Lydie Roure) wurde in den USA geboren und verbrachte große Teile seines Lebens in verschiedenen Ländern, darunter vornehmlich Frankreich. Aktuell lebt und arbeitet er...
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Jeremy Keala
Jeremy Keala (Foto: Lydie Roure) wurde in den USA geboren und verbrachte große Teile seines Lebens in verschiedenen Ländern, darunter vornehmlich Frankreich. Aktuell lebt und arbeitet er in den Bergen der Chartreuse bei Grenoble. Sein Werk umfasst Unikate sowie kleine Serien, die auf der Drehscheibe entstehen und nach eigener Aussage von einem konsequenten Streben nach organischen, fließenden Formverläufen geprägt sind. Diese Perspektive ist dabei auch stark von seinem Talent für Tanz- und Schriftkunst geprägt.
Keala kombiniert und modifiziert Steinzeug und Porzellan in Abhängigkeit von den jeweiligen Anforderungen an Formgebung und Glasurauftrag. Sämtliche Glasuren stellt er eigenständig her. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Überlagerung japanisch und chinesisch inspirierter Glasurtraditionen, darunter Shino, Oribe, Jun, Kupferrot, Holzasche und Tenmoku. Durch das bewusste Schichten von vier bis fünf Glasuren entstehen komplexe und dicke Oberflächen mit Tiefe und Dynamik.
Die Reduktionsbrände erfolgen im eigenen Gasofen bei rund 1300 Grad Celsius. Jeremy widmet sich dabei intensiv der Erforschung langsamer Abkühlungsphasen und deren Einfluss auf Kristallbildung, Fließbewegungen und Farbentwicklung. Indem er kraftvolle, lebendig wirkende Formen mit vielschichtigen Glasurkompositionen kombiniert, untersucht er jene stille Harmonie, die aus natürlicher Komplexität hervorgehen kann: " By intentionally pairing intense, living shapes with the intricate layering of four or five glazes, I explore the quiet harmony that can arise from the complexity of nature."
Making a pot is about movement. This heritage comes from my practice as a dancer, an improviser: I start with a move. It does not matter where the process begins. I’m not performing a set piece that unfolds according to a plan. Rather, the first move brings the second, and so on, until the dance with clay grows and takes on its own proportions. Different elements may be involved: the speed of the wheel, the amount of water, one finger, three fingers, a hand or a tool.
Much like a conversation between two friends wherein one subject arises and flows naturally into another. Similarly, creating a series of pots is like a conversation with clay. Various rhythms, images, movements arise and fall until the series takes on its own momentum. This leaves open the possibility of surprise, of chance.
The practice (and challenge) of dancing with clay is to leave the field of possibilities wide open while still creating something that falls within the category of a vessel. Yet, apart from this open-ended category, I don’t interpret something. I do something. I present something. Any kind of interpretation is left to whomever is using the vessel.
– Jeremy Keala
Die hier vorgestellten Stücke zeichnen sich vornehmlich durch die folgenden Glasuren aus:
Oil Spot / Tenmoku Glasuren
Diese Porzellan-Teeschalen nehmen Bezug auf die historischen „oil spot“ und „hare’s fur“ Glasuren der chinesischen Song-Dynastie. Das helle Porzellan fungiert als visuelle Projektionsfläche, auf der die metallisch schimmernden Eisenkristalle deutlich hervortreten. Die Effekte entstehen durch das Übereinanderschichten von zwei bis drei eisenreichen Glasuren. Der anschließende Reduktionsbrand bei 1300 Grad Celsius ermöglicht die Ausbildung charakteristischer Kristallstrukturen.
Shino, Kupferrot und Jun Glasuren
Diese Arbeiten werden aus feinem Limoges-Porzellan gedreht und verbinden japanische und chinesische Glasurtraditionen in einem experimentellen Dialog. Shino Glasuren mit ihrer feldspatreichen Oberfläche treten in Beziehung zu chromatisch intensiven Kupferrot und Jun Glasuren. Die spezifischen Farbverläufe und Texturen entstehen durch das Schichten von drei bis vier Glasuren unter Beimischung von Holzasche. Auch hier erfolgt der Brand in Reduktion bei 1300 Grad Celsius.
Holzascheglasur
Diese auf der Drehscheibe gefertigten Porzellangefäße werden mit einer Glasur versehen, deren Hauptbestandteil lokal gewonnene Holzasche ist. Holzasche zählt zu den ältesten bekannten Glasurkomponenten und erzeugt nuancenreiche Farbtöne sowie ausgeprägte Fließbewegungen. Die Asche reagiert im Hochbrand sensibel auf Atmosphärenveränderungen und Materialstärke, wodurch jede Oberfläche individuelle Spuren des Brennprozesses trägt.
Holzasche und Tenmoku
Diese Arbeiten aus Limoges-Porzellan kombinieren zwei Glasurschichten.Zunächst wird eine überwiegend aus lokaler Holzasche bestehende Glasur aufgetragen, darüber eine eisenreiche Tenmoku Glasur. Das Zusammenspiel beider Schichten führt zu markanten Fließstrukturen und einer haptisch differenzierten Oberfläche. Die Tiefe des dunklen Tenmoku kontrastiert mit den mineralischen Spuren der Ascheglasur und erzeugt eine visuelle wie taktile Spannung. Auch diese Stücke werden bei 1300 Grad Celsius in Reduktion gebrannt.