Katrin(a) Schneider
Katrin Schneider, oder auch Katrina Schneider, kam 1992 in Deutschland zur Welt und lebt heute in Wien. Katrin ist ausgebildete Keramikerin und Dreherin und absolvierte anschließend ein Studium der Plastik an der Akademie der bildenden Künste Wien. In ihrer Arbeit vereint sie ihren bildhauerischen Blick auf Form und Material mit einem funktionalen Ansatz, wodurch verschiedene Arbeitsserien entstehen, welche sich zwischen Skulptur und Gebrauchskeramik bewegen können.
Katrin dreht primär mit schamottiertem Ton. Aufgrund seiner Grobkörnigkeit verformt sich der Ton im Arbeitsprozess und verleiht ihren Arbeiten eine Spannung, welche sich aus dem Eigensinn des Materials ergibt.
Unter den beiden Namen Katrin und Katrina kann man ihr Werk grob, auch wenn die Grenzen fließend sind, in zwei Bereiche teilen: auf der einen Seite Gebrauchskeramik, auf der anderen Seite mehrfach gebrannte, skulpturalere Stücke, von denen manche zwar noch als Trinkgefäß funktionieren, sich aber deutlich von ihrer ursprünglichen Funktion lösen. Vor allem in den skulpturalen Arbeiten verwendet Katrin(a) dicke, schmelzende Massen, die aussehen, als hätte man sie mitten in der Bewegung angehalten. Die Formen sind beispielsweise von organischen Prozessen inspiriert und erinnern an giftige Flüssigkeiten, biohybride Maschinen oder Körpersekrete.
Dieses materialsprachliche Werk demonstriert Schneiders Interesse an Vergänglichkeit, Verfall und düsteren Versionen der Zukunft. Ihre Skulpturen konzentrieren sich meist auf die dunkleren Aspekte der menschlichen Verfassung und wirken teils so, als entspränge sie den Filmsets der dystopischen Noir-, Sci-Fi und Cyberpunk-Klassiker unserer Zeit. Soziale Probleme und das rasche Tempo des Wandels sowie der menschliche Eingriff in die Natur verbinden sich hier und kollidieren mit natürlichen Prozessen. 2026 wurde diese Verbindung aus traditionellem Keramikhandwerk und zeitgenössischer Skulptur belohnt: Beim 33. Pottbäckermarkt in der Krefelder Innenstadt bekam Schneider den Niederrheinischen Keramikpreis. Außerdem waren ihre Arbeiten 2022 in der Gruppenausstellung „Against Nature“ im MO.CO. Montpellier Contemporain und den Keramik biennalen/triennalen in Slowenien/lubljana Italien/faenza und Spanien/barcelona zu sehen.
Unter der folgenden Website findet sich ein Übersicht von Katrinas vergangenen Installationen und Serien: https://kazo.systems/