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- Artikel-Nr.: SW10765
Die Bezeichnung China National Native Produce & Animal By-Products Import & Export Corporation (CNNP) verweist im Pu’erh-Kontext nicht auf eine einzelne Teefabrik, sondern auf eine staatliche Handels- und Exportstruktur der Volksrepublik China. Während die organisatorischen Vorläufer staatlicher Teehandelsgesellschaften bis in die frühen 1950er-Jahre zurückreichen, etabliert sich CNNP als klar erkennbarer Marken- und Exportrahmen für Pu’erh-Tee erst ab den frühen 1970er-Jahren. In dieser Phase setzte eine stärkere Zentralisierung, Standardisierung und internationale Vermarktung ein. Aus sammlerischer Perspektive wird die Zeit vor etwa 1970/72 häufig als sogenannte „Masterpiece Era“ bezeichnet. Die darauffolgenden Jahrzehnte, insbesondere die 1970er- bis frühen 1990er-Jahre, werden oft unter dem Begriff der „Seven Son Era“ zusammengefasst. Zu dieser Zeit waren trotz ähnlichem Verpackungsdesigns Zuordnungen zu den größeren staatlichen Teefabriken teilweise möglich.
Ab den 1990er-Jahren beginnt sich dieses System zunehmend aufzulösen. Neben den staatlichen Akteuren traten vermehrt private Händler, Investoren und Produzenten auf, die eigene Cakes pressen ließen. In diesem Kontext spricht man häufig vom Ende der klassischen „Seven Son Era“ und dem Übergang in eine sogenannte „Newborn Era“. Diese Phase ist geprägt von einer wachsenden Vielfalt an Verpackungsdesigns, uneinheitlicher Markenverwendung und dem teils vorauseilenden oder parallelen Einsatz klassischer CNNP- bzw. Seven-Son-Layouts durch private Akteure, was die eindeutige Einordnung vieler Tees erschwert.
Dieser Sheng wurde in den späten 1990er Jahren gepresst und für die längste Zeit sauber in Taiwan gelagert. Es handelt sich um eine Hommage an das berühmte 7542-Rezept der Menghai Teafactory, aber um es nochmals deutlich zu erwähnen: Es handelt sich um einen CNNP-Tee, er wurde NICHT von der Menghai Teafactory produziert.
Nichtsdestotrotz muss sich dieser Tee unserer Meinung nach nicht hinter dem Original verstecken.
Er weist die typische Potenz des Originalrezeptes auf. Trotz der fortgeschrittenen Lagerung bleibt der Tee kräftig. Ein deutliches Aroma von Kampfer füllt den Mundraum und setzt sich unter der Zunge ab.
Hinzu gesellen sich eine tiefe, leicht rauchige Holzigkeit und süße Akkorde von Vanille und roter Frucht.
Der Tee hat eine schöne mitteldicke, ölige Textur.
Nichtsdestotrotz ist deutlich erkennbar, dass das Blatt viel Potenzial für weitere Reifung aufweist. Astringenz und Bitterkeit bauen sich im Verlauf der Aufgüsse auf und auch das Körpergefühl ist sehr potent. Der Tee sollte auf keinen Fall auf leeren Magen getrunken werden.
Wir empfehlen, den Tee etwas abkühlen zu lassen. So zeigt sich deutlich mehr Süße und der ganze Aufguss wirkt deutlich balancierter.
Fans von älteren Factory-Tees sollten ihre Freude mit diesem Tee haben.
(Bilder des Blatts werden nachgereicht)