Sommertees 2019

Beim Schmecken und Probieren neuer Tees tauchen immer wieder Erinnerungen an Reisen nach Japan, China und Taiwan auf.
Es ist Sonntagnachmittag. Die Luft ist extrem schwül und stickig. Die Temperatur liegt knapp unter 30 Grad. Angekommen in Taipeh, natürlich nach 13 Stunden Flug und sehr wenig Schlaf. So ist das eben. Blick von der kleinen Gasse, in der das Büro von Teemeister Atong Chen sich befindet, auf den 101-Tower. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und immer noch eines der höchsten Gebäude der Welt mit 101 Stockwerken. Doch so begann unsere Reise nicht.
Wir fahren nach Ylang im Osten der Insel am Pazifik gelegen. Die Gegend um Yilan ist berühmt für opulenten Gemüseanbau. Es werden auch sehr schöne, etwas leichtere elegante Oolong hier produziert. Heute sind wir zu Gast beim dem Galeristen und Kunstexperten für Ixingkannen Jie. Wir trafen Jie im letzten Jahr in Frankfurt. Dort hat er uns eingeladen auf das Anwesen seines Familienclans. Wir fahren durch Yilan -Stadt und kurz nach dem Ortsausgang biegen unsere Taxis rechts ab in die Felder. Kurz vor dem Regenwald halten wir. Anwsen war wirklich nicht untertrieben. Ein Komplex aus mehreren Gebäuden, ineinander verschachtelt, ein großer Swimmingpool, ein großer künstlich angelegter Teich mit Wasserlilien.
Die Häuser sind im gemischt westlichen und chinesischem Stil eingerichtet. Angekommen bei Meister Jie.
Ich wache kurz vor Sonnenaufgang auf mit einem Alptraum, der mich rastlos doch die Straßen rasen läßt. Draußen ein wild beginnendes Konzert der Tropenvögel. Zwei Hähne im eifrigen Wettstreit miteinander. Die haben bestimmt schon früher angefangen. Über den Wipfeln des Regenwalds steigt schnell die Sonne auf.
Heute geht's nach Mingjian zur Produktion von Oolong. Die Fahr mit dem Bus dauert von Taipeh aus etwa zwei Stunden. Es geht Richtung Süden. Die nächstgrößere Stadt ist Nantou.

Es ist früher Morgen in dem kleinen Dorf bei Mingjian. Wir gehen von unserer kleinen Landunterkunft aus zu Fuß zur Teafactory. Es ist schon recht warm. In der Factory riecht Atong Chen kurz an den frisch oxidierten Blättern. Er scherzt: ich glaube ich habe gestern Zucker darauf getan. Er stubst unsere chinesische Teefreundin Xiaobin mit der Nase in die unfassbar duftenden Teeblätter. Der Duft changiert zwischen grünen aber reiferen Bananen und süßen herrlichen Äpfeln. Die Blätter sind seit 11.30h ruhig oxidiert. Die Witterung ist stabil geblieben.
Es ist früh um halb Sieben. Ich blinzle durch die Bambusvorhänge. Die Sonne scheint. Menglin ist schon wach und macht Handyfotos von der aufgehenden Sonne. In unserem Jungszimmer schlafen die restlichen sechs Jungs noch.

Blick vom Balkon, Bambooworld Taiwan.
Ein Ort in den Bergen vor Taipeh. Wir fahren 45 Minuten mit der U-bahn in einen Vorort von Taipeh. Dann noch einmal 15 Minuten mit dem Taxi in die grünen Berge.

Einen kleinen Schlenker nach links zeig uns Google an. Wir zeigen es dem Fahrer. Fast ein kleiner Feldweg, dann sind wir da.
Wir sind eine Nacht in den Bergen des A-faya-Volks. Die Landschaft ist bergig. Die Berge sind mit einem dichten grünen Pelz überzogen. Unten im Tal ein reißender Fluss, an dem Dutzende Fischer ihr Glück versuchen. Jiri und ich suche frühmorgens einen Pfad in dem Regenwalddickicht zu finden, vergebens.
Am Vormittag besuchen wir das Papiermuseum in Taipeh. Im 4 Stock erhalten wir eine kurze Einweisung über die Produktion von handgeschöpftem Papier. Hier werden Nadelbaumfasern benutzt. Handgeschöpftes Papier ist extrem langfaserig und locker strukturiert. Maschinell hergestelltes Papier ist kurzfaserig und dichter.
Vormittag um 11h. Wir fahren mit dem Taxi aus Taipeh über den Fluß hinauf in die grünen Berg, die die Stadt umschließen. Nach 25 Minuten biegt das Taxi rechts ab in einen kleineren Waldweg der steil nach unten führt. Man denkt hier ist nichts als Wald. Unten am Wegrand einige Autos mit Fahrern. Wir werden angewiesen zu wenden und sind da. Das Restaurant Shiyang liegt mitten im Regenwald. I
Es ist morgens um 9.00h in Kaosiung. Die Wolken hängen bis tief zum Boden. Wir warten auf Kuei Wie. Es beginnt zu regnen. Dann schüttet es in Strömen. Es ist noch einmal um fünf Grad wärmer hier unten im Süden. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei nahezu 100%, gefühlt darüber. Wir fahren in den Süden der Millionenstadt.
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