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- Artikel-Nr.: SW11321
2026 Shan Lin Xi „Dong Ding H1“
Zhuang Zhijian (莊志堅) hinter dem Chong Er Teehaus / Teawell Tea House (虫二茶莊) in Taipeh, produziert bereits seit über 40 Jahren Oolongs in der größeren Nantou Region. Das Chong Er Teehaus ist ein Familienbetrieb und stammt ursprünglich aus Lugu, Nantou. Herr Zhuang ist Absolvent der Agrarökonomie an der National Taiwan University und ein erfahrener Teemeister. Seit seiner Studienzeit begeistert er sich für Tee und widmet sein Leben dem Anbau und der Förderung von Dongding-Oolong, sowohl im Sinne des Terroirs als auch der Produktionsstilistik. Zhuang Zhijians Leidenschaft gilt dabei insbesondere gelagerten bzw. lagerfähigen Oolongs, sowie virtuos (über Holzkohle) gerösteten Tees. Aus diesem Grund differenziert er in seiner eigenen Produktion zwischen leicht, mittel und stark gerösteten Tees. Innerhalb der drei Stufen existieren weitere Abstufungen. Der „Dong Ding H1“ ist somit ein im Dong-Ding-Style produzierter Tee aus Shan Lin Xi mit einer „leichten starken“ Röstung. Die Röstung bewahrt die expressive Kraft des leichter oxidierten Blattmaterials und komplimentiert dieses bereits jetzt, erst wenige Monate nach der Produktion, sehr gut.
Das trockene Blatt duftet zunächst lieblich süß nach frischen Maronen und Vanillepudding. Dahinter riechen wir eine sehr dezente fruchtig-saure Note, welche charakteristisch für Zhuang Zhijians Produktionsstil ist. Der Duft steigt tief in die Nase und hinterlässt den mineralischen Eindruck heißer Vulkansteine.
Nass treten zunächst die Röstnoten in einer tabakartigen Aromatik hervor, wandeln sich aber schnell in etwas hell Fruchtiges, das uns ein wenig an Honigmelone denken lässt.
Die Textur des Tees in den ersten Aufgüssen ist extrem dick und dicht, beinahe gummiartig.
Als Erstes bemerken wir eine sehr ausgeprägte Süße und Mineralik, welche sich sofort um die Zunge legen und den gesamten Rachen benetzen. Die Röstnoten sind auch im Aufguss bereits sehr schön in den Tee eingebunden, dahinter finden wir wieder etwas Grünes, Fruchtiges. In späteren Aufgüssen kristallisiert sich diese Note ganz klar als Kräuterakkord heraus. Kühlt der Tee ein wenig ab, gewinnt er an würzigen Noten von Zimt und Nelken.
Nach dem Schlucken hallt der Tee lange nach. Er wirkt tief benetzend. Die Röstnoten kleben beinahe an den Zähnen, während eine prickelnde fruchtige Säure und Süße um die Zunge tanzen. Im Nachgeschmack wechseln sich Röstaromen, kräuterreiche und floral-süße Akkorde ab. Insgesamt wirkt der Nachgeschmack sehr vielschichtig. In späteren Aufgüssen erkennen wir dezente Noten von schwarzem Pfeffer und Lebkuchengewürz.
Besonders gut gefällt uns das sehr vitale Gefühl dieses Tees. Er wirkt substanziell, voll und komplex.