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- Artikel-Nr.: SW10944.1
Ein gereifter 2003 Sheng Pu’erh aus Yiwu. Das Blattmaterial stammt von Gushu Teebäumen. Die Lagerung dieses Tees erfolgte ausgesprochen trocken und sauber, wodurch sich eine eher langsame und klassische Reifungsentwicklung ergeben hat. Statt stark ausgeprägter Keller oder Fermentationsnoten zeigt der Tee eine klare, ruhige Alterung mit großer Transparenz im Aromabild.
Bereits im trockenen Blatt entfaltet sich ein tiefes und vielschichtiges Duftprofil. Noten von altem Buchpapier und trockenem Holz stehen im Vordergrund. Dazu treten fruchtige Nuancen sowie eine feine Kräuterwürze. Unter dieser Struktur liegt eine weiche, cremige Süße, die dem Duft eine warme und reife Anmutung verleiht.
Das nasse Blatt besitzt eine überraschend kühle aromatische Dimension. Neben alten Holznoten und Kräutern zeigt sich ein frischer, beinahe mentholartiger Eindruck, der dem Duft eine klare und luftige Qualität verleiht.
Im Aufguss präsentiert sich der Tee mit einer außergewöhnlich dichten Textur. Das Mundgefühl ist sehr dick und kompakt. Diese Dichte bleibt über die gesamte Session hinweg bemerkenswert stabil. Geschmack und Textur wirken eng miteinander verwoben und erzeugen einen sehr konzentrierten Eindruck im Mundraum.
Ein charakteristisches Merkmal dieses Tees ist das kühle Mundgefühl. Trotz der dichten Struktur besitzt der Aufguss eine erfrischende Klarheit. Die Kehle wird deutlich benetzt und der Geschmack setzt sich tief im Halsraum fest.
Aromatisch bewegt sich der Tee in einem vielschichtigen Spektrum aus Kräutern, feiner Würze und reifen Holznoten. Eine subtile Mineralität liegt unter der Oberfläche. Einzelne Nuancen erinnern an Wintergewürze und verbinden sich mit fruchtigen Akzenten. Dunkles altes Holz bildet dabei das stabile Fundament des Aromas.
Im Nachgeschmack entwickelt sich eine tiefe und anhaltende Süße. Anklänge von Wildhonig und eine elegante, leicht alkoholische Note, die an gereiften Cognac erinnert, erscheinen retronasal und bleiben lange präsent.
Die Struktur des Tees zeigt eine interessante Balance. Einerseits besitzt er große Tiefe und Konzentration. Andererseits wirkt er gleichzeitig leicht und vibrierend frische.
Die energetische Wirkung baut sich langsam auf. Zunächst wirkt der Tee ruhig und zurückhaltend. Mit der Zeit breitet sich jedoch eine spürbare Wärme und Weite im Körper aus. Die Glieder fühlen sich zunächst schwer und entspannt an, bevor sich ein leichtes und luftiges Gefühl einstellt. Gleichzeitig bleibt der Geist klar und belebt.
Dieser Tee verlangt Aufmerksamkeit. Viele seiner Nuancen bleiben selbst innerhalb einer längeren Session schwer vollständig zu erfassen. Die Aromen entfalten sich oft erst, wenn der Aufguss etwas abkühlen darf. Ein langsames und konzentriertes Trinken lohnt sich daher besonders.
Trotz seiner Komplexität besitzt der Tee einen stabilen aromatischen Kern. Über viele Aufgüsse hinweg bleibt eine dicke, süße und leicht nadelholzartige Grundstruktur erhalten. Diese Kontinuität vermittelt den Eindruck eines sehr gesunden und nährenden Materials. Gleichzeitig scheint sich der Tee derzeit möglicherweise in einer Übergangsphase seiner Reifung zu befinden. In manchen Momenten wirkt er außergewöhnlich präsent und tief. In anderen erscheint das Aromabild überraschend ruhig oder fast neutral. Solche Phasen sind bei traditionell gereiften Sheng Pu’erh nicht ungewöhnlich und können auf zukünftige Entwicklungspotentiale hinweisen.
Unabhängig davon bleibt der Tee über eine lange Session hinweg bemerkenswert dicht, süß und stabil. Mit jedem weiteren Aufguss nimmt die Süße weiter zu und verstärkt den Eindruck eines reifen, gesunden und sehr langlebigen Materials. Auch körperlich zeigt sich dies in seiner angenehmen Wirkung.