inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Sofort versandfertig, Lieferzeit ca. 1-3 Werktage
- Artikel-Nr.: SW10943.1
Ein charaktervoller Sheng Pu’erh aus Walong (瓦竜), einer kleinen Teelage zwischen den Regionen Manzhuan und Yiwu. Das Blattgut dieses 2019 produzierten Tees wurde gezielt aus Material von Bäumen von über dreihundert Jahren Alter ausgewählt. Produziert wurde der Tee vom koreanischen Teehaus Wuweisanfang, während das Rohmaterial von zwei der größten Einkäufer der Region Walong selektiert wurde.
Bereits im trockenen Blatt zeigt sich ein ungewöhnlich vielschichtiges Aromabild. Fruchtige Noten verbinden sich mit einem kühlen metallischen Eindruck und einer klaren Frische, die an kalte Bergluft erinnert. Gleichzeitig erscheint eine warme Nuance von Brotrinde oder frisch gebackenem Baguette, die dem Duft Tiefe und eine angenehme Erdung verleiht.
Im Aufguss offenbart sich eine der auffälligsten Eigenschaften dieses Tees. Die Textur ist außerordentlich dicht und besitzt eine stark ölige Konsistenz. Der Aufguss wirkt schwer und gleichzeitig geschmeidig. Diese Struktur trägt die Aromen sehr gleichmäßig durch den gesamten Mundraum.
Geschmacklich zeigt der Tee einen weichen und süßen Auftakt mit einer feinen Fruchtigkeit. Darunter liegt eine kraftvolle grüne Dimension, die an frische Waldvegetation erinnert und dem Tee eine lebendige pflanzliche Energie verleiht. Trotz dieser Intensität bleibt der Eindruck sehr rund und harmonisch.
Der Nachgeschmack entwickelt sich langsam und differenziert. Frische Kräuternoten treten hervor und verbinden sich mit einer hellen, klaren Süße. Dazu gesellen sich feine Zitronennuancen sowie eine sehr dezente olivenartige Note, die dem Aromabild eine subtile salzig pflanzliche Tiefe verleiht. Besonders auffällig ist die Länge des Nachhalls. Eine anhaltende Süße bleibt lange an den Zungenrändern haften und baut dort eine stabile Präsenz auf. Gleichzeitig zeigt sich eine leichte Astringenz, die dem Tee Struktur verleiht, ohne ihn kantig erscheinen zu lassen. Ein deutlich benetzendes Gefühl in der Kehle sorgt für einen angenehmen Trinkfluss. Obwohl der Tee noch klar jung wirkt, zeigen sich bereits erste Anzeichen beginnender Reifung. Neben der frischen grünen Grundstruktur erscheinen sehr feine brotige und leicht alkoholische Fermentationsnuancen. Diese frühen Transformationen verleihen dem Tee eine zusätzliche aromatische Tiefe.
Das Körpergefühl bleibt zunächst relativ zurückhaltend. Die Wirkung baut sich langsam auf und wirkt zunächst leicht und erfrischend. Mit zunehmenden Aufgüssen entsteht jedoch eine ruhige, nährende Präsenz, die dem Tee eine sehr angenehme Balance zwischen Vitalität und Gelassenheit verleiht.
Auch das Wrapper Design dieses Kuchens ist bemerkenswert. Es zeigt die bekannte Rubber Duck Skulptur, die über dem Heaven Lake des Paektu Berges schwebt. Dieses Motiv wurde als künstlerische Referenz auf den diplomatischen Annäherungsprozess zwischen Nord und Südkorea in den Jahren 2018 und 2019 gestaltet.
Das Blattmaterial dieses Tees wird als Guoyoulin Material (国有林) bezeichnet. Der Begriff bedeutet wörtlich staatlicher Wald und beschreibt Waldflächen, die rechtlich im Besitz des chinesischen Staates stehen und von staatlichen Forstbehörden verwaltet werden. Im Kontext der Pu’er Produktion verweist dieser Begriff auf Teebäume, die innerhalb solcher staatlichen Waldgebiete wachsen. Diese Flächen unterscheiden sich deutlich von klassischen Plantagen oder Dorfgärten. Teebäume stehen dort meist verstreut innerhalb eines natürlichen Waldökosystems mit vielfältiger Vegetation, tiefen Humusböden und relativ stabilen mikroklimatischen Bedingungen.
Viele dieser Bestände befinden sich in abgelegenen Bergregionen rund um Yiwu, zu denen auch kleinere Nebengebiete wie Walong gehören. Die Teebäume wachsen hier häufig unter einem natürlichen Kronendach aus größeren Bäumen weshalb manche Kenner hier auch von Beschattung sprechen. Material aus solchen Wäldern wird häufig mit besonders alten Bäumen in Verbindung gebracht. Gleichzeitig ist der Begriff im modernen Pu’er Markt nicht immer eindeutig verwendet. Aus diesem Grund wird der Begriff gelegentlich auch marketingstrategisch eingesetzt. Darüber hinaus existieren Berichte über Produzenten, welche illegalerweise junge Teepflanzen in Waldgebieten pflanzen, um diese fälschlicherweise als Guoyoulin Material zu verkaufen.