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- Artikel-Nr.: SW10996.1
Ein komplex komponierter Sheng Pu’erh aus dem Jahr 2007, basierend auf Gushu Material aus den 12 berühmten Teebergen (12FTM).
In der Nase zeigt sich ein fein austariertes Aromabild. Holzigkeit steht im Vordergrund und wird von trockenen Kräuter und Gewürznoten begleitet. Hinzu tritt der Eindruck frischer Erde, jedoch nicht im Sinne feuchter, schwerer Bodenaromen, sondern vielmehr als trockene, klare Erdigkeit, die dem Duft Struktur verleiht. Insgesamt wirkt das Bouquet zurückhaltend, aber präzise und vielschichtig.
Im Aufguss entfaltet der Tee eine ausgeprägt ölige und dichte Textur. Die Flüssigkeit legt sich schwer und zugleich geschmeidig in den Mundraum und erzeugt ein nahezu viskoses Mundgefühl. Geschmacklich dominiert eine satte, klebrige Süße, die sich mit würzigen Komponenten verbindet und ein rundes, sehr befriedigendes Gesamtbild erzeugt. Auffällig ist das nahezu vollständige Fehlen von Astringenz, wodurch ein äußerst flüssiger und angenehmer Trinkfluss entsteht.
Im Nachgeschmack zeigt sich eine saftige, fruchtige Dimension, die das zuvor eher dunklere Profil aufhellt und erweitert. Ergänzt wird dies durch eine äußerst feine, fast fleischige Rauchigkeit, die nicht als eigenständige Note hervortritt, sondern tief in die Gesamtstruktur des Tees eingearbeitet ist und ihm zusätzliche Tiefe verleiht.
Die sensorische Erfahrung wird durch eine markante körperliche Wirkung begleitet. Eine warme, leicht „radierende“ Energie baut sich auf und konzentriert sich insbesondere im Brustraum, wo ein sanfter Druck entsteht. Gleichzeitig entwickelt sich im Hals ein kühles, mentholartiges Gefühl, das einen spannungsvollen Kontrast zur Wärme des Körpers bildet.
Mit fortschreitender Session verschiebt sich das Profil subtil. Die Mineralität tritt zunehmend stärker hervor und verbindet sich mit einer ausgeprägten Kühle im Rachenraum. Hinter der anfänglichen Dominanz von Holz und Würze entwickeln sich zunehmend grüne, kräuterreiche Nuancen, die dem Tee zusätzliche Frische und Differenzierung verleihen.
Bemerkenswert ist die Stabilität dieses Blends über zahlreiche Aufgüsse hinweg. Trotz der Komplexität und der Vielzahl an Ursprüngen bleibt das Gesamtbild durchgehend harmonisch und kohärent. Gerade bei einem Blend aus zwölf Regionen ist diese Form der Integration keineswegs selbstverständlich, sondern Ausdruck einer präzisen Abstimmung des Materials.
Die Lagerung in Kunming mit anschließender Verlagerung nach Korea könnte einen Teil der beobachtbaren Variabilität zwischen einzelnen Sessions erklären. Leichte Schwankungen im Ausdruck erscheinen bei einem derart vielschichtigen Blend nicht nur plausibel, sondern unterstreichen vielmehr die lebendige Dynamik des Tees.