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- Artikel-Nr.: SW11091.2
Walong liegt in den bewaldeten Bergen zwischen Manzhuan und Yiwu. Für diesen Sheng Pu Erh wurde ausschließlich Blattmaterial von über dreihundert Jahre alten Teebäumen verarbeitet. Der Tee stammt vom selben Produzenten wie unser WWSF 2019 GYL und insgesamt wurden nur 50 200g Cakes gepresst.
Bereits im Duft zeigt sich die besondere Persönlichkeit dieses Walong. Fruchtige Noten verbinden sich mit Anklängen feuchter Vegetation, harziger Nadelhölzer und einer dezenten fermentativen Aromatik. Die verschiedenen Eindrücke fügen sich zu einem bemerkenswert klaren und harmonischen Gesamtbild zusammen.
Am Gaumen präsentiert sich der Tee ausgesprochen saftig und dicht. Eine intensive Mineralität bildet das Fundament für Aromen von Zitronenschale, frischen Waldkräutern und grünen Gewürzen, die an Thymian oder Rosmarin erinnern. Mit zunehmenden Aufgüssen treten die waldigen Facetten deutlicher hervor und verleihen dem Tee eine angenehme Tiefe und Struktur.
Besonders bemerkenswert ist die Textur. Der Aufguss besitzt eine außergewöhnliche Dichte und Fülle, bleibt dabei jedoch lebendig und präzise. Eine feine, erfrischende Bitterkeit begleitet die süßen und würzigen Komponenten und führt in einen langen Nachhall über. Im Rachenraum entwickelt sich eine dezente Kühle, während gleichzeitig eine anhaltende Süße zurückbleibt.
Der Gesamteindruck ist außerordentlich befriedigend und ausgewogen. Die Verbindung aus saftiger Fruchtigkeit, tiefer Mineralität, würzigen Waldnoten und dichter Textur verleiht dem Tee eine „sättigend“ und vollständige Präsenz.
Begleitet wird dies von einem ruhigen, entspannenden Körpergefühl, das sich gleichmäßig entfaltet.
Das Blattmaterial dieses Tees stammt aus dem Guoyoulin (国有林) in Walong. Der Begriff bedeutet wörtlich staatlicher Wald und beschreibt Waldflächen, die rechtlich im Besitz des chinesischen Staates stehen und von staatlichen Forstbehörden verwaltet werden. Im Kontext der Pu’er Produktion verweist dieser Begriff auf Teebäume, die innerhalb solcher staatlichen Waldgebiete wachsen. Diese Flächen unterscheiden sich deutlich von klassischen Plantagen oder Dorfgärten. Teebäume stehen dort meist verstreut innerhalb eines natürlichen Waldökosystems mit vielfältiger Vegetation, tiefen Humusböden und relativ stabilen, halbschattigen mikroklimatischen Bedingungen.
Viele dieser Bestände befinden sich in abgelegenen Bergregionen rund um Yiwu, zu denen auch kleinere Nebengebiete wie Walong gehören. Die Teebäume wachsen hier häufig unter einem natürlichen Kronendach aus größeren Bäumen weshalb manche Kenner hier auch von Beschattung sprechen. Material aus solchen Wäldern wird häufig mit besonders alten Bäumen in Verbindung gebracht. Gleichzeitig ist der Begriff im modernen Pu’er Markt nicht immer eindeutig verwendet. Aus diesem Grund wird der Begriff gelegentlich auch marketingstrategisch eingesetzt. Darüber hinaus existieren Berichte über Produzenten, welche junge Teepflanzen in Waldgebieten pflanzen, um diese fälschlicherweise als Guoyoulin Material zu verkaufen.